KleinDing Produktion läuft.

Da die Sensorprodution läuft gab es schon jetzt am Wochenede mit dem Herrn D aus M zusammen eine etwas längliche Config-Session um Grafana, InfluxDB und Homie produktiv zu nehmen. Ich hab nämlich keine Lust irgendwann hunderte von Sensoren umstellen zu müssen ;-) – Mal endlich wurde Verschlüsselung & Co aktiviert und dazu noch eine etwas allgemeinere Erreichbarkeit sichergestellt. Vom nachfolgenden WLAN Umbau ,damit die Sensoren auch an jeder Ecke Netz haben, reden wir mal nicht. Und wie gesagt: Immer wenn Zeit war wurde weiter an meiner Unkenntnis des Lötens & der Elektronik gefeilt ;-) Irgendwie ist das löten ja für mich zur Winter-Meditation geworden…

Nach dem Waschmaschinensensor war ein Sensor für unsere Gefriertruhen auf dem Plan – wie schon im vorherigen Beitrag geschrieben sollen die Nachricht geben, wenn sie mal zu warm werden. Dafür musste ein neuer Sensor her, ein wasserdichter Temperatursensor DS18B20 der über I2C Protokoll angeschlossen wird – wieder viel falsch gemacht, ausprobiert, berichtigt & gelernt. Dazu noch ein Gehäuse nach meinem neuen „KleinDinger“-Standard gefertig und fein. Insgesamt ging das relativ fix für mein zweiten Versuch nen Prototypboard zu löten gar nicht mal so unzufriedenstellend. Dieses mal schon mit Silberdraht, anstatt 100% fliegende Leitungen.

Gleich hinterher gabs das etwas schwierigere Modell: Gas Sensor für die Schiffsbrücke. Die Froo heizt da im Winter mit Gas, und auch wenn die Heizung selbst schon nen Sensor haben soll: Trau, schau, wem. Außerdem kann das eingebaute Teil ja keine SMS senden ;)

Wenn ich beim zweiten Sensor basteln schon manches Mal gedacht hab: Jetzt hab ichs verstanden, so war es hier wieder wie so häufig: Immer einen Schritt vor, zwei zurück, sich Ruhe einreden, Aha-Erlebnis sofort wieder zunichte machen und trotzdem irgendwie vorwärts kommen und Spass haben. Das sind einfach wahnsinnig viele Komponeten, dazu an jeder Ecke neue Themen und dadurch andauern Unsicherheit bezüglich der Ursache, wenn etwas nicht klappt.

Hier mal eben neu: Gas Sensor MQ5 und Shift-Level Converter von 5 auf 3.3v und oben druff noch ein Buzzer zum Piepen. Ewas komplexer als Sensor zwei und zusätzlich auch mit Bauteilmodifikation – SMD LED auf dem Board des Gassensors raus und eine externe LED ran, damit die Kontrolleuchte vernünftig ins Gehäuse integriert werden kann.

Noch zackig ein Gehäuse (es wird tatsächlich langsam fein beim Deseign ;) nach Sveni Standard – auch, wenn es etwas höher muss, kein Problem: mein Workflow in Blender läuft langsam.

Ganz nebenbei hab ich meine Sourcecodes zusammengeführt und vereinheitlicht. Ich möchte nur eine Firmware auf allen Sensoren haben, jedoch möchte ich jeweils nur den benötigten Code kompiliert haben, der für die eingebauten Sensoren notwendig ist. Also eine Datei, für die Sensoren ein paar Variablen setzen, kompilieren und gut. Das läuft soweit für die bisher verwendeten Bauteile und auch wieder ne Ecke gelernt ;)

In der Praxis hat sich das zusammen mit den steckbaren, größeren Bauteilen wie Wemos & Tempsensor schon als sehr fein herausgestellt. Hatte ich hier erst den BMP280 verbaut (Temperatursensor ohne Luftfeuchtigkeit, dafür mit Luftdruck) stellte ich dann fest, dass mich auf der Brücke ja doch die Luftfeuchtigkeit interessiert. Also schnell nen BME280 aus dem Fach, Pins drangelötet, aufgesteckt und Variable im Sourcecode angepasst. Läuft.

Im weiteren Verlauf meiner Tüddelagen werde ich meine Datein hier dann veröffentlichen. Kann dann jeder selbst etwas drauss machen, wenn er will – oder drüber schmunzeln, mir wurscht ;)

 

Die Waschmaschine ist fertig. (2/2)

Wie in Teil 1 Berichtet funktionierte meine Lösung ganz fein – dennoch ergaben sich beim Basteln des Produktionsversion des KleinDigs ein paar Probleme. Der DHT22 Sensor wollte nicht mehr so, wie ich will. Lange Zeit dachte ich an einen Fehler bei mir, denn die gelötete Kleinplatine sah schon etwas komplexer aus, als mein Aussensensor. Ich Teste dort, lötete hier um, nahm einen anderen DHT22 Sensor, einen anderen Wemos D1 Mini – bis ich davon Drei durch hatte und keine Verbesserung feststellte: Der Sensor funktionierte und versagte seinen Dienst, wie es ihm passte. Ich fand einfach keine Möglichkeit das sicher zu reproduzieren oder zu entfernen.

Alles etwas klein für mich, aber was solls.

Das der Sensor nicht der Genauste war wusste ich, aber das tat nichts zur Sache. Ich lass im Netz auch über ähnliche Probleme und irgendwie nirgens eine feine Lösung. Naja, dachte ich – dann nehm ich doch mal nen neuen Sensor von Bosch, den ich immer vermieden hatte da der auch noch den Luftdruck messen kann – was ich ja gar nicht brauche. Der Kostet auch noch ganze 70 Cent mehr (2,80 zu 3,50 ungefähr) also würde es ja „eigentlich“ auch der DHT tun, – aber der will nun am Wemos einfach nicht.

BME280 (links) und Wemos D1 Mini (rechts) mit Debugverlötung.

 

Und der Tuts. Der BME280 von Bosch misst was das Zeug haelt und doch ist die Freude nur von kurzer Dauer – denn auch da erscheinen auch nach vielem Umlöten, Hardwaretesten und mich selbst mit meinen Lötkenntnissen immer wieder in Frage stellen, einfach nicht alle Werte auf meinem MQTT Broker.

Passt mit etwas nachhelfen ins erstellte Gehäuse. Ganz ohne Schrauben.

Bis ich darauf komme mal im Log zu gucken ob  die Daten auch tatsächlich nicht vom Sensor gemessen werden können (wovon ich die Ganze Zeit ausging als Werte fehlten) dauerte es etwas. Und faszinierend – alle Werte wurden einwandfrei gemessen. An meinen miesen Lötfertigkeiten liegt es also nicht und irgendwie waren die letzten zwei Stunden Verwirrung ganz umsonst. Es muss was am Sourcecode sein. Komischweise hatte ich bis auf die Änderung des Sensors und eben das Hinzufügen eines weiteren Messwertes (Luftdruck) nichts gemacht.

Ich lass die betreffenden Stellen mehrfach, grübelte und Verzeweifelte fast. Irgendwann kam mir der Gedanke: Der sendet nur den den ersten Wert von der Reihe die ich ausgeben will – hmmmmm …. ob da ein Timingproblem besteht und der sich bei den darauffolgenden Ausgaben verschluckt? – Probieren wir mal einen delay dazwischen. Heureka! Es geht. Faszinierend wie dieses Thema bei den KleinDingern immer näher rückt. Andauernd ist da etwas mit – man merkt, man ist etwas Hardwarenaher unterwegs ;)

Seis drum: Bis mir jemand Anderes einen besseren Lösungsvorschlag macht bleiben die delay(100) im Code und ich erfreu mich daran, das es läuft.

Der erste Proktuktionstest wurde bestanden: Die Froo fand die erste „Waschmaschine ist fertig!“ Nachricht auf ihrem Handy. Fein.

Eben varioPerfekt. Kein Aufschrauben der Maschine & immer frische SMS.

Weiter gehts mit den Gefriertruhen im Abstellraum. Da hatten wir schon mal einen ungeplanten Ausfall. Brachte uns damals zwar ein Schlemmerwochenende, weil die guten RInderstücke alle weg mussten, dennoch wüsste ich zukünftig gern früher Bescheid, wenn so etwas passiert. Dann lassen sich besser Gäste einladen – ist für jeden genug drin ;)

Es kommen also in beide Gefriertruhen Thermometer. Hab ich wieder was zu mokeln. Ihr werdet es sicherlich lesen …

Die Waschmaschine ist fertig. (1/2)

Wie im vorherigen Beitrag erwähnt: Min Froo braucht nen Tritt, … ähh TriGGer wenn die Waschmaschine ihre Arbeit getan hat. Ja, sie piept nervig, aber das ist bis zur Schiffsbrücke kläglich verhallt.

Aufschrauben is nich – also brauchte ich eine Lösung von aussen und liess mich hier bei bitluni inspirieren.

Ein Wemos D1 mini bekommt Photoresistor, Temperatur- & Luftfeuchtigkeitsmesser (die Umgebung checken wir gleich mit ;-).

Prototyp – It works.

Die Nachrichten senden wir an den MQTT Broker mosquitto und greifen uns die über Node Red ab und lassen daraus ein kleines Dashboard basteln (welches eigentlich gar nicht wirklich gebaucht wird, aber naja – mokeln wir halt mit ;). Dazu ein Workflow um dann bei fertiger Waschmaschine eine SMS rauszusenden.

Workflow in Node-Red. Ich versuche den hier noch einzubinden.

Damit dies funktioniert benötigt die Waschmaschine eine LED, die anzeigt ob die Maschine aktiv oder fertig ist. Nach einem Testlauf habe ich schnell die jeweiligen Helligkeitswerte des Photoresistors raus und kann den entsprechen Workflow basten: Wenn Licht sich relevant Ändert und sehr gering ist, dann ist die Maschine aus und sendet eine SMS. Es wird keine Nachricht versendet, wenn die Maschine angestellt wird – da steht man ja direkt davor #;)

Ich hatte in Bisschen mit dem SMS Code zu kämpfen: Der Empfang ist natürlich sehr schlecht bei mir am Schreibisch und so gab es andauernd beim testen „kein Netz“ und auch das ansprechen der seriellen Schnittstell mit AT Kommandos unter Node Red ist etwas gewöhnungsbedürftig. Em Ende jedoch: „It works for me“ – also alles fein.

Nun werd ich entspannt ein kleines Gehäuse designen, modellieren & ausrucken und das Kleinding kann in Produktion gehen. Ab sofort schaffen -wir- 7 Ladungen pro Tag! ;-) … Ja, ich denke ich werde noch einen Bewegungssensor implementieren damit ich auch checken kann ob in entsprechender Zeit reagiert wurde – anonsten drossel ich einfach das Internet …

… Ich bin mir nicht ganz sicher ob die Froo drüber nachgedacht hat was passiert, wenn sie mich auf eine solche Idee bringt …

Als Optimierung werde ich versuchen die Aktivität der Waschmaschine über den Stromverbrauch zu messen – dann hat man keine sichtbaren Teile mehr vorne an der Front (Photoresistor). Dazu habe ich Teile bestellt und werde dann berichten.

Mal eben IOT – Oder: MQTT, NodeRed, Mosquitto & Homie

Bisher konnte ich mich aus den Netzangebundenen-Kleinteilein (IOT) ja gut raushalten: Es gab einfach keine Anwendungsgebiete für mich.

Nunja, hat man ne Froo, kommen auch „Anwendungsgebiete“ ;) – Insbesondere wenn einem die Froo nicht effizient genug ist. Bekommt sie doch tatsächlich nie zeitnah mit, wenn die Waschmaschine fertig ist. Meisst merkt sie es abends kurz vorm Schlafengehen und macht dann „schnell noch“ den Trockner“ an – danke, da kann der mich bei meinen Nachtgedanken noch ein paar Stunden begleiten. Ihr könnt jetzt selber Entscheiden ob nun tatsächlich die Froo Trigger war mich damit zu beschäftigen, oder einfach mein Wille abends Ruhe zu haben.

Und wie ich so bin – wieder mal was neues zum Tüddeln und tagelang geht es neben den aktuellen Projekten (insbesondere mein neues Spielzeug) auch drum mal einen Überblick über die heutigen Möglichkeiten in diesem Bereich zu bekommen. Da sind Entscheidungen für die Hardware, Hardwareprogrammierung und Automatisierungs- und Darstellungssoftware zu fällen. Und wenn man da mal mit begonnen hat sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Da ist einfach wahnsinnig viel Bewegung in der Entwicklung und Entscheidungen für eine Lösung oder Produkt haben wahrscheinlich nur eine geringe Halbwertszeit, aber egal: Ich setze erstmal auf MQTT (Protokoll), daszu Mosquitto als „Koordinator für die MQTT Nachrichten“und für Darstellung als Webseite inkl Automatisierungsworkflows: Node-Red. Als Hardware kommt vorrangig der ESP8266 in Form von Wemos D1 Minis zum Einsatz, den ich über die Arduino IDE mit Homie programmiere. Natürlich hege ich gewisse Bedenken bei einer netzanbindung von solch Dingen, aus diesem Grund gibt es auch keinen Internetanschluss für die Kleinkastenwelt. Es bleibt im Haus, was ins haus gehört – und wenn es denn wirklich mal raus muss: Ein kleines SMS Gateway hab ich uns auch gebastelt.

Oben links der Raspbery mit Mosquitto & Node Red, rechts der GSM USB-Stick.

Für die zentralen Komponenten habe ich einen Raspberry Pi aufgesetzt – das Ding gefällt mir für solch Dinge sehr. Tut ja auch ohne Murren seine Arbeit beim Octopi – und wer weiss, ggf habe ich irgendwann nen Stapel von denen (ich mag Hardwareseparierung )

Neben dem Aneignen der ausgesuchten Software musste ich natürlich diverse andere Dinge ausprobieren – das bringt das Hirn schnell zum kochen als Mitvierziger. Aber seis drum, heisst ja auch nicht umsonst beim Kochen: Kurz vorm Ende noch einmal richtig Aufkochen *grins* – Da kommen dann die leckersten Sachen raus – und so natürlich auch hier ;-)

Ich denke da gibt es viel guten Stoff, den man nutzen kann. Egal ob es nun die Hard- und Software íst, die ich mir nun ausgeguckt habe – findet euer Ding und nutzt es nur, wenn ihr es auch „braucht“. Die meissten Dinge kann man auch einfach „im Kopf“ erledigen … aber für manchen Dinge macht es halt Spass auch mal mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen.

Denkt immer dran: Wenn „works for me“, dann fein.

 

Brücke E09: Außenarbeiten

Neben den Arbeiten im Garten und den „Innerein“ mußte natürlich auch Draußen etwas an der Brücke gemacht werden. Die Seemannsbraut übernahm hier die Hauptarbeit und schliff was das Zeug hielt. Alle Farbschichten mussten bis auf die Bleche runter. Egal ob Außenwände oder Dach und egal ob leicht abplatzende oder verdammt festsitzende Schicht.

Neben den Schleifarbeiten überlegte ich lange, was mit den durchgegammelten Stellen außen passieren soll. Die Überlegungen gingen vom kompletten Neuaufbau der Außenbeche bis hin zu „einfach so lassen“. Ersters sollte mehrere Tausend Euro kosten und Letzteres war uns dann auch irgendwie nich zuträglich. Die beste Idee hatte dann der Nachbar: Bleche kanten lassen, zurechtschneiden und anbringen.

Gesagt getan: In Dorum liess ich mir sehr günstig Bleche kanten und auf die richtige Größe zuschneiden. Dazu nahm ich ein paar Blechreste für kleine Stellen mit. Mit ziemlich viel Bauschaum befestigte ich die jeweiligen Bleche nachdem ich die Stellen etwas sauberer ausgeflext und mit Rostumwandler versehen hatte. Insgesamt erachte ich diese Methode als ziemlich pragmatisch und zielführend. Wasser kann nicht mehr eindringen und sehen tut man die Bleche nach dem Aufbau der geplanten Holzverkleidung eh nicht mehr. Und gekostet hat es ca 180,- Euro für das Blech, den Bauschaum und den Rostumwandler.

Brücke E08: Chaos im Garten

Was bisher nur kurz erwähnt wurde, war das Chaos im letzten Januar bei uns im Garten. Bevor die Brücke kam mussten Zuleitungen für Strom & Wasser und Abwasserleitungen gelegt werden. Ca sechzig laufende Meter mit einem Meter Tiefe, damit die Wasserleitungen vor zukünftigen Frost geschützt sind.

Es war zu entscheiden ob wir dies im Frühjahr machen, wenn die Brücke ggf. schon da ist, oder im Januar. Ich entschied mich für Letzteres denn dies hatte noch den Vorteil, dass im Frühjahr das Chaos wieder verwachsen kann und wir somit nur zur kalten Jahreszeit einen etwas unansehnlichen Garten haben.

Der Nachteil lag in der Jahreszeit – es war nicht königlich warm ;-) Zwischendurch gab es etwas Schneegestöber und pünktlich zur Fertigstellung gab es ordentlich Frost. Alles ging nur dank der tatkräftigen Hilfe von den besten Eltern der Welt und dem Herrn M aus D. Auch die Seemannsbraut bleibt nicht unerwähnt. Alle packten mit an, selbst Kuddel war zwischendurch in seinem Element: Buddellöcher sind ja was feines!

Und selbst Sven griff teilweise zum Spaten, schaufelte einen Durchbruch unter der Hecke, fluchte beim Rohre zusammenfügen und freute sich mal gar nicht, wenn wieder mal ein Rohr falsch herum auf die Kabel aufgezogen war: Muffe auf Muffe geht halt nicht.

Klar trafen wir Männergerecht (Wo gehobelt wird fallen Spähne – und wo gebackert wird, da brechen Rohre) ein paar Rohre und zerdepperten Sie. Die Frau musste dann los um Ersatz und Flutschi heranzuschaffen. Es gab kein Problem, was nicht im Normalen lag und am Ende durfte sogar der Sven auf den Bagger – wahrscheinlich ergab das die größte Zerstörung im Garten, aber das wird keiner zugeben, insbesondere nicht der Sven.

Als der Baggerverleihmann dann am Montag den Minibagger abholen wollte war dieser Eingefrohren, die Ketten bewegten sich keinen Millimeter, da der Sveni den Bagger am Tag vorher selbstverständlich mit dem Hochdruckreiniger Stundenlang gesäubert hatte. Irgendwie schien da einiges schön eingefrohren zu sein. Der Baggermann meinte es wäre das Öl, das müsse warm werden. Als Büromann der Baggererfahrungen nur aus „Goldrausch in Alaska“ vom Männerfernsehen hat, hielt ich mich natürlich zurück. Da hauen die ja immer mit dem Hammer auf etwas Eingefrohrenes – warum also nicht hier? Ok, dieser Bagger ist etwas filigraner ;-)

Irgendwann hielt ich das Gebrökel des Herrn dann auch nicht mehr aus. Ich holte den geerbten Hammer von Opa und schlug drauf ein – natürlich mit Gefühl ;-) … und oh Wunder …. die Kette bewegte sich.

Alles zusammen war es der perfekte Zeitpunkt im Januar, denn alles klappte in der geplanten Zeit und der Garten war im späten Frühjahr kaum von anderen Jahren zu unterscheiden. Kuddel gräbt ja eh im Winter etwas um, wenn alles so feucht ist ;-)

Brücke E04: Das Geschäfft des Lebens.

Man hoert es ja jeden Tag: Du musst Investieren! Aus Wenig musst du Viel machen,- jawoll! Und klar, ich hoer ja immer zu und bin auch so nen intigentes Wesen, welches meisst schlauer ist als man selbst. Und eben drum: Millionen investiert und ne Schiffsbrueck gekauft. Da kriegste was fuer dein Geld.

„Ja“, sagt ihr jetzz: „Klar, ne Schiffsbrueck bekommt man“. Aber dem nicht genug. Abzueglich einiges an Schrott gab die Bruecke folgende Dinge preis, die wir nun alle unser Eigenen nennen:

– Kinder-Sand-Eimer mit zwei Schaufeln und Hake (fast neu)
– Gartenharte (etwas rostig)
– Fuchsschwanz (klein, etwas rostig)
– Hundertzwo verzinkte Naegel 10cm (fast neu)
– Dreiundfuenfzig verzinkte Krampen (gut in Schuss)
– Wasserwaage aus Holz
– Ultimatives Schild: „Kasse“ (Bar-, wenn ich bitten darf)
– Nen Schluessel der is chic
– 5x Schild „Trinkwasser“ (wie neu)
– Set mit metrischen Schrauben, ca 1/2 Zoll ; ) (wie Neu)
– Campingstuhl (Bezug etwas feucht, Klappmechanismuss (ein-wand-frei)
– Ersatz Stiel fuer Besen/Schaufel (wie neu)
– Skateboard (klein, dafuer ok)

Ne gute Investition, wie ich finde. Und dazu gab es viel Spass und Freude, viel zu Erzaehlen und viel zu fluchen. Was will man mehr von seinen Lebensinvestitionen?

Brücke E03: Die Rooomandikk.

Klar, es muss schnell gehen aber nich Husch-Husch. Wenn man sich so nen Schrotthaufen in den Vorgarten stellt, dann muessen Vortschritte gezeigt werden. Egal ob den Nachbarn um weiteres Tiramisu zu sparen oder auch sich selbt um die Motivation hoch zu halten. Nicht zu verachten ist aber bei solch Bauprojekten auch die Zweisamkeit – sieht man ja immer im Fernsehen, wenn sich ein Paar beim normalen Hausbau schon so in die Klotten kriegt, dass ungefaehr auf Höhe des Fussbodenheizungs-Einbaus nicht mehr an einen gemeinsamen Einzug zu denken ist.

Nicht mit mir dachte ich. Erstens wohne ich schon in trauter Zwei- (naja mit Hund auch Zweieinhalb) samkeit und zweitens moechte ich das es auch so bleibt. Also ran an die Brücke und kleine visuelle Akzente setzen, wie man so schoen sagt.

Mal eben die Tuer richtig mokeln und nen 2-Waschbetonplatten-Tritt installieren, damit man die Bruecke vernuenftig betreten kann. Schnell die Dachrinne wenigstens etwas hingedengeln damit es nicht mehr ganz so zerquetscht aussieht, drei bis vier Elektrogenerationen und mindestens drei Kommunikationsgenerationen aus dem Inneren entfernen um zu testen ob die Bruecke auch ohne diese vielen Ueberputzkabel noch feste stehen kann oder ob sie ohne Diese gleich auseinander bricht. Dazu noch gefuehlte 408 Naegel & Schrauben mit viel Kraft, Geschick und Flex aus allen Ecken und Enden der Waende geholt und eine halbe Dose WD-40 an alle irgendwann mal beweglich gewesenen Teile verteilt so das man sich auch mal irgendwo anlehnen kann ohne gleich an einer Blutvergiftung zu sterben. Wenn man jetzt auch in mancher Ecke nen schmierigen Finger bekommt, egal – dafuer richt es ja bekanntlich gut.

Und denn, um dem oben einen druff zu setzen: Gelegtes Erdkabel provisorisch an die Bruecke fuehren und Steckdose und Licht anschliessen. Und ob ihr es glaubt oder nicht – Kabel durchgemessen, neuer Lichtschalter rein, Strom ran und die noch installierte Gluehbirne funktioniert! Scheiss auf LED – Gluebirne rocks!

Ach, und nicht genug – es soll ja romantisch sein, unter dem machen wir es ja nicht: Blumen aufn Tisch, Licht an und die Flex aus – Romandikk pur. Der Fuehling kann kommen, und wir begiessen das ganze mit einem kraeftigen Fruehlingsgewitter

Brücke E02: Die Milch machts.

Nun steht sie da, die Schiffsbrücke und modert nun bei uns weiter vor sich hin. Zwar ist sie aus dem Erdschutt ausgegraben, die Brennholzscheitel um sie sind elimniert doch der Zahn der Zeit nagt weiter und weiter und weiter.

Mit einem Hammer bewaffnet ging es an die rotten Stellen und ich haute einfach mal drauf. Sowas kann ich ja gut: Nicht nachdenken, bloss keine Empathie zeigen, sondern einfach druff. Feste & Ordentlich. Meisstens bröselt es dann immer und selbiges passierte dann auch hier. An den Durchgerotteten Stellen bröselte diverses Zeuch hinter der Blechverkleidung hervor und ich hoerte erst mit dem Hammer auf, als der Broeselfluss versiegte.

Ich dachte ja die Brücke sei aus Stahl, doch scheint auch Anders verbaut zu sein. Die Broesel fuehlen sich eher nach zerriebenem Kalksandstein an als nach verrottetem Stahl. Auch Salzkristalle (oder zunindest etwas aehnliches) sind dabei, diese kommen jedoch als 5-Mark Stueck grosse Brocken aus der Zwischenwand. Das faszinierendste ist jedoch fluessig: Heute morgen schien an einer Stelle Milch ausgelaufen zu sein! Nein, nein, wir waren es nicht – bisher gab es im Umkreis von 5 Meter nur Bier,- niemand trinkt hier Milch und koennte etwas verschuettet haben! Nur was ist das?

Und damit nicht genug mit der Fragerei – auch innen tut sich ein Ding auf, welches ich nicht einzuordnen weiss: Es sieht so aus, wie ein Dampfablasshebel einer Dampfeisenbahn, ein Hebel den man ziehen kann und oben auf dem Dach bewegt sich dann ein Bolzen nach Unten. Hergestellt scheinbar in Kiel und unten rum leider vollkommen verrottet. Da bewegt sich auch mit dem Hammer nix mehr. Egal, das Ding wird schon sehen, was es davon hat hier gelandet zu sein. Mir entkommt da nix. Auch damit wird sich beschaeftigt.

Und selbstverstaendlich nagte an mir die Neugierde, so das ich mich ziemlich schnell auf dem Dach unserer Schiffsbruecke wiederfand. Mit einem meiner groessten Schraubenschluessel ging es dran dieses Ding von Oben zu entdecken – ich musste sehen was da in diesem blassen „Verkehrshut“ drin steckt. Und tatsaechlich – nix anneres als das Fuehrungsrohr fuer diesen Bolzen, der da oben rausragt und zur Zeit nicht bewegt werden kann.

Hmmm …

PS: Wer nicht weiss wie gross nen 5-Mark Stueck ist, der ist so jung, den interessiert das hier wohl eh nicht ; )
PSPS: Firma IBAK in Kiel ist Angefragt, mal gucken ob die sich erinnern koennen.

Brücke E01: Erwachsen sein is scho geil!

Man darf dabei halt nur nicht erwachsen werden. Man kann dann machen was man will & was einem die Eltern nie durchgehen lassen haetten. Jedenfalls denke ich, dass meine Mutter mir bei meiner Verschoenerungsidee fuer ihren Vorgarten nen Vogel gezeigt haette. Und auch sonst haette ich damals, als ich noch nicht Erwachsen war, wohl ausser meinem Opa niemanden gefunden der meine viele Ideen mitmacht. Opa ist tod, dafuer hab ich nu ne Frau – die nich nur viel juenger ist, sondern auch besser aussieht und immer fuer Verschoenerungen der bestimmten Art zu haben ist.

Der Dialog ging in etwa so: „Du da steht ne alte Schiffsbruecke aufm Bauhof. Wollen wir die in den Vorgarten packen?“ – „Oh ja, super. Her damit“ – „Ok, dann sag dem Bauern bescheid, der soll die Hecke mit dem Trecker wegreissen.“

Viel mehr Worte & Ueberzeugungsarbeit brauchte es nur bei den Nachbarn. Mit Tiramisu bewaffnet zog die Frau Reih-um und holte sich von wohlwollendem Nicken bis hin zu kopfschuettelnder Unsicherheit alles ab, was die wortkarge Gefuehlswelt hier in Norddeutschland hergibt. Musste also nur noch die Gemeinde und das Land Niedersachsen zustimmen um das kleine Transportgeraet hier in unsere Strasse zu lassen. Ich bin froh das es damit geklappt hat, denn der Bauer mit dem Trecker war mit dem vernichten der Hecke schneller fertig als das kleine Erlaubnispapier fuer Tieflader & Kran.

Gute zwei Stunden hat es gedauert bis es die alte Schiffsbruecke von ihrem Friedhofsplatz zu uns in die Hecke geschafft hatte. Unter den Augen von einigen Zuschauern flog sie ins Nest und machte es sich bequem. Das Loch in der Hecke schien wie fuer sie gemacht, als ob sie nie irgendwo anders hin wollte, als ob sie schon immer davon getraeumt hat bei uns im Vorgarten zu stehen. Win – Win nennt man sowas, wenn alle Beteiligten ihren Willen kriegen. Die Nachbarn das Tiramisu, die Schiffsbrueck ihre Hecke & wir ne Schiffsbruecke im Vorgarten. Wollt ich immer scho ma haben.

Nun geht es dran die Nachbarn nicht auf Dauer mit dem noch vorhandenen morbiden Scharm zu vergraueln. Viel Arbeitet wartet. Und wenn das alles so flott von der Hand geht, wie das verdammt-verdreckte-scheiss-vier-Stunden-Aufbohren des Tuerschlosses, na dann sollte der Fuenfjahresplan eingehalten werden koennen und wir koennen noch vor Eroeffnung des Berliner Flughafens Schiffstaufe feiern. Und da freuen sich selbst Brummi- & Kranfahrer drauf, denn so nen Bloedsinn scheinen die auch nicht jeden Tag zu machen ;-).