{"id":1530,"date":"2010-10-29T16:58:13","date_gmt":"2010-10-29T16:28:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lieblos.de\/?p=1530"},"modified":"2010-10-29T16:58:13","modified_gmt":"2010-10-29T16:28:13","slug":"der-traum-ist-aus-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lieblos.de\/?p=1530","title":{"rendered":"Der Traum ist aus. (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p><em>Auf lieblos.de wird sich ab sofort nur noch auf die liebevollen Dinge konzentriert &#8211; dieses liebe &#038; geneigte Leser hatten wir ja schon klargestellt. Und was bitte sollte da Anderes den Anfang machen als die einzig wahre und liebevollste Geschichte die ich an meinem Koerper erfahren durfte. Die Geschichte ueber einen Traum der in mir heranwaechst, der Se(e\/h)nsuechte schuert und irgendwann einfach aus ist und dadurch noch mehr Lebensfreude freisetzt. Die Kurzfassung kann man ja schon unter <a href=\"http:\/\/www.lieblos.de\/?page_id=3\">Kennenlernen<\/a> lesen,- doch ich weiss, es ist euch nicht genug! Ihr wollte die lange Version, die Version in der Sven ins Schwaermen gereht, in der die Liebenswuerdigkeit aus den Saetzen quillt und die Schoenheit der Lyric euch die grausam kalten Abende erwaermt. Ihr sollt sie haben! Hier und jetzt, der erste Teil der etwas laengeren Geschichte die uns diesen Winter begleiten wird:<\/em><\/p>\n<p>Da steh ich nun vom Steg aus an die Seereling der Beberich gelehnt. Meine Beine zittern ein wenig und dies nicht nur weil es sich um einen dieser schmalen und wackeligen Schwimmstege handelt die hier in Bremerhaven \u00fcblich sind. Die Seereling biegt durch mein K\u00f6rpergewicht etwas durch, dennoch scheint es nicht nur das Gewicht meiner Arme zu sein die hier auf die Reling dr\u00fccken. Ich f\u00fchle mich als ob in diesem Moment alle Last, alle Tr\u00e4ume und alle euphorische Vorfreude von mir f\u00e4llt und auf den Drahtseilen landet. Meine Augen <!--more-->blicken leer \u00fcber das Deck und die Welt verstummt f\u00fcr mich einen kleinen Augenblick lang. Nur ganz weit entfernt nehme ich war wie sich meine Crew mit meinen Eltern unterh\u00e4lt, wie mein Bootsmann sich um den letzten Feintrim der Fender k\u00fcmmert und alle zusammen unser Ankommen feiern. Die vielen Schiffe und Boote um mich rum nehme ich zu diesem Zeitpunkt nicht wahr, auch wenn sie nicht zu \u00fcbersehen sind. \u00dcberall liegen sie, \u00fcber die Toppen geschm\u00fcckt, als ob sie nur auf mich gewartet haben. Neben uns eine Motoryacht und auf der Steuerbordseite eine Segelyacht &#8211; und ich stehe dort und blicke leer in das Bootsspektakel hinein. Gedanken kreisen nicht im Kopf, es ist nicht nur um mich rum still, auch in mir drin ist es still und es scheint als ob ich seit vielen Jahren das erste mal so etwas wie innere Ruhe sp\u00fcre. Pl\u00f6tzlich schiesst aus der letzten inneren Ecke ein Gedanke hinter die Stirn, &#8222;Der Traum ist aus!&#8220; und in wenigen Sekunden sehe ich meinen Traum von Anfang an durch meinen Kopf ziehen, merke wie mein Blick Richtung S\u00fcdwest schaut; dort wo damals alles begann:<\/p>\n<p>&#8222;Wir fahren zu Tante Annelie und Onkel Peter, ihr k\u00f6nnt dann ja ein wenig am D\u00fcmmer spielen und euch den Tag vertreiben&#8220;, sagte meine Mutter. Mir war nicht ganz wohl dabei. \u201eBei den Beiden find ich es nicht spannend, wieder den ganzen Tag rumtr\u00f6deln, spazieren gehen\u201c, denke ich bei mir, \u201eund das obwohl ich hier wahrscheinlich viel mehr Spass an Papas 64er haben k\u00f6nnte.\u201c Als 14 J\u00e4hriger muss man wohl oder \u00fcbel noch tun was die Eltern sagen und wenn es am Wochenende eben zur Schwester der Mutter geht, dann geht es dort hin auch wenn ich eine Laune versp\u00fcrte die in Gedanken einen Stein nach dem anderen gelangweilt \u00fcber die Strasse kickte. Auf der Fahrt von Bremerhaven an den Ort des Geschehens dachte ich \u00fcber das neue Programm nach das ich gerade versuchte zu entwickeln, ging in Gedanken durch wie man den Zeichensatz noch optimieren k\u00f6nne, &#8230; und man m\u00fcsste die Kiste irgendwie schneller bekommen &#8211; und \u00fcberhaupt &#8211; die zeitkritischen Routinen muss ich wohl oder \u00fcbel dann doch in Assembler schreiben, auch wenn das wieder einige Nachmittage in Anspruch nehmen w\u00fcrde. Computer waren die Abenteuer der Zeit, es gab nicht viele Davon und Papa hatte einen. Sie stellten ganz neue Herausforderungen bereit und faszinierten durch die Gradlinigkeit die sie an den Tag legten. Ein einfaches,<\/p>\n<p><code>10 PRINT \u201eSVEN IST TOLL!\u201c<br \/>\n20 GOTO 10<\/code><\/p>\n<p>veranlasste den Computer den Satz \u201eSven ist toll!\u201c f\u00fcr immer und ewig auszugeben &#8211; bis der Strom ausgeht oder man ihn abbrach. Ohne Nachzufragen, ohne Fragen zu stellen oder nach dem Sinn zu suchen. So in meinen Gedanken vertieft merkte ich gar nicht wie wir die weite Strecke zum D\u00fcmmer hinter uns brachten und ankamen. Wie bef\u00fcrchtet begann der Spaziergang Richtung See und ich fing an Steine vor mir herzuschiessen. Doch pl\u00f6tzlich standen wir auf einem Bootssteg, genau vor einem blauen Segelboot das mein Onkel als seins vorstellte. Erst in diesem Moment schlossen sich die Durchzugsklappen meiner Ohren und die Aufmerksamkeit kehrte zur\u00fcck. Man k\u00f6nne ja mal rausfahren, einwenig segeln gehen &#8211; \u201eHey Sven, w\u00fcrde dir das gefallen?\u201c, fragte man mich. Meine aktuellen Assemblergedanken sprangen zur Seite, machten dem Neuen Platz und ich lies mich auf das Experiment ein. Neugierig war ich auf jeden Fall. Alles Neue interessiert mich und so auch ein kleines wackeliges Ding das sich \u00fcber das Wasser bewegen kann. Die blaue Lis-Jolle trugen meinen Onkel und mich raus auf den See und es stellte sich schnell eine \u00e4hnliche Faszination f\u00fcr diese Art von Fortbewegung wie f\u00fcr diesen kleinen Brotkasten zu hause heraus. Tat der 64er genau das was ich ihm an Befehlen gab und war damit sehr rational, so konnte man hier an irgendwelchen Seilen zupfen und schon bewegte sich das Boot nur durch den Wind \u00fcber das Wasser. Ganz ohne Strom, und ohne Stop an der Tankstelle. Ohne wirklich zu verstehen was mein Onkel da tat und warum ich jetzt weiter nach vorne zur Bootsspitze rutschen musste gab es zumindest Arbeitsweisen die ich schnell verstand. Bei wenig Wind einwenig mehr in der Mitte des Bootes sitzen und wenn der Wind mehr wird, mehr zu der Seite rutschen wo sich das Segel gerade nicht befindet. Es schien nicht schwer und doch so undurchsichtig wie dieser flimmernde Schirm vor einigen Jahren zu hause. Mein Onkel merkte wohl, dass ich leichten Gefallen am Segeln fand und lud mich ein, vielleicht in ein paar Wochen noch einmal vorbei zu schauen. Es w\u00fcrde eine Regatta geben und sein Vorschoter h\u00e4tte keine Zeit. Wenn ich Lust h\u00e4tte k\u00f6nnte ich die Position bekleiden. So stieg ich nach unserem Segelt\u00f6rn voller Stolz aus dem Boot auf den Steg und stolperte voller \u00dcbermut in Richtung meiner Eltern. Ich k\u00f6nnte an einem Segelrennen teilnehmen, mit Onkel Peter, \u201ebitte, bitte &#8211; bitteeee, ich darf Vorschoter sein!\u201c Ohne zu wissen was ein Vorschoter ist bettelte ich regelrecht mitmachen zu d\u00fcrfen. Wahrscheinlich schauten meine Eltern in diesem Moment \u00fcber meinen Kopf her\u00fcber in Richtung meines Onkels und warteten ein Kopfnicken von diesem Ab &#8211; so wie man es kennt wenn die Kinder mit einer \u00fcberschw\u00e4nglichen Bitte angeschossen kommen, die mit einem dritten Erwachsenen zu tun haben. Mein Onkel schien genickt zu haben. Es brauchte keine grossen \u00dcberredungsk\u00fcnste um meine Eltern zu einer Zusage zu bewegen. Ich m\u00fcsse nur alleine mit dem Zug hierher kommen am besagtem Wochenende, das w\u00e4re die einzige Bedingung. Ich nahm es wohlwollend in kauf und freute mich mit einem Herzklopfen auf ein Rennen bei dem ich dabei sein d\u00fcrfe. Ich bei einem Rennen, ich der immer der letzte beim 100m Lauf war, der immer fast bis zum Schluss in der Reihe stand wenn es darum ging das die anderen ihre Mannschaft beim Sport aussuchen durften. Ich wurde von meinem Onkel ausgesucht die &#8211; nach seinen Worten &#8211; doch so wichtige Position beim Segeln zu bekleiden. H\u00e4tte Stolz Volumen, so w\u00e4re ich dieser Tage um das Doppelte angewachsen damit er komplett Platz in meinem K\u00f6rper f\u00e4nde. Wow, ich &#8211; Spass an einer Sportart &#8211; und dann ein Rennen fahren &#8211; ich konnte es einfach nicht fassen und so waren Zeichensatzoptimierungsprobleme auf der R\u00fcckfahrt nicht einmal kurzzeitig in meinem Gedankenprogramm. Mehr machte ich mir Sorgen ob ich meinen Onkel nicht entt\u00e4uschen w\u00fcrde, ob ich alles richtig machen w\u00fcrde und wie ich das \u00fcberhaupt schaffen sollte ohne das ganze Segeln doch verstanden zu haben.<\/p>\n<p><em>Ihr fragt euch wie das Rennen ausgeht? Habt Geduld, es geht weiter genau hier in diesem Theater, hier auf der liebevollsten Seite im Netz!<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf lieblos.de wird sich ab sofort nur noch auf die liebevollen Dinge konzentriert &#8211; dieses liebe &#038; geneigte Leser hatten wir ja schon klargestellt. Und was bitte sollte da Anderes den Anfang machen als die einzig wahre und liebevollste Geschichte die ich an meinem Koerper erfahren durfte. 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