Die Geschichte der Lebensmittel.

Irgendwo las ich vor ein paar Wochen: „Die Leute wollen, dass ihr Fleisch & Gemüse eine Geschichte haben, sonst ist es nicht mehr exklusiv genug. Normler Supermarkt gilt als Mainstream – und wie man weiss: Mainstream ist nicht gut.“

Ich kauf ja auch gerne ausserhalb des Suptermarktes, aber muss es gleich eine Geschichte sein – brauche ich das auseinandergezwierbelte Etwas von Weinbeschreibungen a la nussiger Abgang inkl. erdiger Note und spritzigem Gedankendurst bei gleichzeitiger wahnwitziger süße ohne gleich aufdringlich zu sein? – Nee, brauch ich nicht. Ich möchte meinen Salat einfach so wie bei uns üblich vom Nachbarn holen, der einen kleinen Tisch vor seinem Zaun stehen hat. Dort liegt das jeweilige Gemüse der Jahreszeit und ich kann es Barfuss mit ein paar Cent in den Taschen holen und frisch verputzen. Scheiss auf die Geschichte des Salatkopfes – scheiss auf die Beschreibung der lehmartige Note der Marschreste und dem nussigen Zwischenbiss des widerwillig in den Kopf gerateten Wurms. Die Story des Stück Gemüse ist mir egal.

Was mir nicht egal ist, das mein wohlgeformter Bauch jeden Tag mit dem massenhaft produzierten, über die halbe bis doppelte Welt transportierten Zeugs vollgestopft wird.

Rallarvegen in Bewegung.

Seitdem ich wieder da bin hänge ich noch mehr in der Kurve als sowieso in meinem Leben. Die Fliehkraft drückt und ich muss sehen, dass ich irgendwie in der Kurve bleibe.

Endlich habe ich es geschafft ein paar Videoschnippsel zusammenzustöpseln damit man auch mal sieht wie es sich auf dem Rallarvegen bewegt. Alles nicht mit der Intension aufgenommen um etwas professionelles abzuliefern und am Ende einfach nur ein kurzes Video um in ein paar Jahren meine eigene Hirnstimulation.

Sven auf dem Rallarvegen im August 2020.

Auf der Tour hatte ich bis zum Ende des Rallarvegens fast nie Musik im Ohr. Auf der Schnellfähre nach Bergen gab es dann aber fast die ganze Zeit „Supercut“ in Dauerschleife… und ggf. liefen da genau selbige Bilder in meinem Kopf ab. Ihr könnt Euch das Video also als Momentaufnahme meiner Hirnwindungen zur Zeit dieses Tweets vorstellen:

Hinter den eigentlichen Videoschnippseln findet sich die Abfahrt ins Tal, die man auf dem Rallarvegen erfahren darf. Wer sattelfest ist geniesst das Bremsgequitsche dort auch – und ja, nächstes Mal nehme ich vielleicht wirklich mal ne Helmkamera mit, oder so – Einhändig am Lenker eine solche Abfahrt hinunter macht auch nur halb so viel Spass : )

Thanks to Lorde for not only „Supercut“.
Das Zeug hält mich irgendwie in der Kurve.

Reh tot, Kraftfahrer Verletzt.

Ich mag es sehr, wenn wenig geredet wird und dabei viel gesagt. Entgegen der hier manchmal sehr ausschweifenden Erklaerungen muss es im richtigen Leben ja straff und effizient vorgehen. Vier Worte und vier Informationen sind da schon Koenigsklasse – manch einen Arbeitstag habe ich 12 Stunden Reden und vielleicht 2 Worte etwas Sagen : – (

Da wo ich wohne ist halt selbst die Presse auf meiner Seite – obige Uberschrift gab es am 10. April 2017 in den Cuxhavener Nachrichten (zumindest in ihrer Online-Version), schoen mit einem rausgekramten Archivfoto als Titelbild: Abgebildet war ein junges & totes Reh in Nahaufnahme.

Ist das etwas besonderes? Hmm, vielliecht nein, weil man sich das schreiben des darunter stehenden Artikels & das Archivfoto auch haette sparen koennen. Da fing naemlich das Reden und nichts mehr Sagen an … also, ist die Presse ggf. doch nicht auf meiner Seite? ; – ) Egal, kuemmern wir uns lieber um die Eier, denn die sind wichtig!

Nein, nicht, weil Ostern ist und ich ja eher an nen Eier bringenden Hasen glaube, als an diesen langhaarigen Jupp, sondern weil es da dieser Tage noch eine Meldung gab die mich beruehrt hat: „Geboren 1899, Gestorben 2017“.

Wow, wieder vier Informationen in vier Worten. Das ist ne Ecke gelebte Zeit, selbst wenn es sich um ne Schildkroete handeln sollte. Es geht aber um eine Dame aus Italien, die ihre Langlebigkeit mit dem Essen von zwei Eiern taeglich begruendete. Ha! Erstens: Im Artikel fanden sich somit noch zusaetzulich relevante Informationen und doppel-ha! Da werd ich dann ja in die gleiche Altersriege reinleben, denn Eier sind wie Hu(b/p)raum & Zwiebeln: Kann man nur duch mehr vom Selbigen ersetzen.

Nun bin ich verunsichert, denn ein langes Leben besch(w)ert ja auch langen Kontakt mit den Menschen da draussen – mach ich es lieber wie das Reh oder wie Emma Morano. Mehr Eier oder mehr Spaziergaenge auf dem Paddingbuetteler-Strich? Wieder mal eine schwierige Gedankenaufgabe fuer mich …

PS: Ich war noch nie aufm Paddingbuetteler-Strich spazieren, datt is nicht so die Spazierfreundliche Strasse – ggf. reduziere ich einfach die Eier …

Mahlzeit.

Das Jahr zweiundvierzig ist vorbei und es geht weiter. Da wohn ich jetzt ja in diesem kleinen Dorf, direkt hinterm Deich und der alte Punk wird nun endgueltig alt.

Das an sich ist nichts Schlechtes, denn die Grundzuege von Aufmerksamkeit, Genuss und der niemals vorhandenen Lieblosigkeit finden somit immer mehr Ihren Meister und fuehren dazu, dass ich immer ruhiger und gelassener werde indem ich meine Bezugsmenge des Lebens sehr reduziere. Warum ueber Dinge aufregen, die ausserhalb meiner Bezugsmenge passieren. Ich hab lange genug in die Welt gebruellt und nun ist nur noch dediziert Unruhe angesagt.

Extrovertisen hin oder her. Wer wirklich schnacken moechte kommt in das kleine Dorf. Der Rest bekommt hier zu sehen, was es zu sehen gibt. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich bin eifersüchtig.

Mein Job ist es zu Reden. Themen zwischen Menschen zu vermitteln. Dabei den Überblick behalten und auf Details zu achten. Solution Manager nennt man das – Ich soll die Lösung Verwalten – Verbale Entgleisungen, Klugscheisserische Kommentare und Datailierungen aus dem oralen Organ im verwirrten Kopf.

Bei jeder Wortzusammenstellung wird mit unwohler, bei jedem Gedanekengang welches Wort als nächstes geformt werden muss um das wiederzugeben, was ich denke, wird mir übler und auf das Minutenkonto des Nachts-nicht-Einschlafens-können werden mehrer Zeittakte eingezahlt.

Ich will nicht mit Menschen Reden, weil ich nicht klar und eindeutig ausdrücken kann, was ich Denke. Entweder vermag ich das nicht oder in der Sprache, die ich kenne ist das allgemein nicht möglich, was ich ja stark vermute – und ich vermute auch, dass es keine Sprache dieser Erde vermag die Themen & Gefühle in feste Form zu formulieren und doch gibt es da Menschen die beweisen das Gegenteil: Sie verwenden ein paar Worte und Formen was ihre Gedanken her geben. Formen Gedanken & Gefühle zwischen den gewählten Worten und treffen die Menschen genau zwischen die Ohren. Wahnsinn!

Ich bin Eifersüchtig auf diese Menschen. Wie machen die das? Und wie werden die beim formen nicht verrückt? Mich lässt es jede Nacht nicht einschlafen, da ich drüber nachdenke was ich alles falsch und uneindeutig formuliert habe – wie muss es diesen Wesen gehen, die bis zum Perfektionismuss Sätze formen – immer mit der Angst nicht perfekt zu sein, falsch und nicht exakt genug verstanden zu werden. Oder ist ihnen das Scheiss egal? Ich kann es nicht glauben, denn manche sind Sänger und ich darf zeitweise dabei sehen, wenn sie die Worte vortragen – und da ist Leidenschaft, die dabei wirklich Leiden schaft. Denen ist das nicht egal. Wahrscheinlich führen sie ein unruhigeres Leben als ich – insbesondere in der Nacht.

Ich bin eifersüchtig, wie die das schaffen – wahrscheinlich mehr als Damals Ende der 70iger. Die Erwachsenen konnten sich ueber eine Stunde am Stück nicht an der Nase kratzen und nach 19:00 Uhr am Abend auch verweilen ohne alle 5 Minuten zu Gähnen! Ich war fasziniert & Eifersüchtig.

Ich werde weiter üben und geniesse derweil die Ergüsse der Anderen: Lasse sie meine Gedanken formen. Lasse mir dabei helfen meine Ganken & Themen zu sortieren. In der etwas weiter zurückliegenden Vergangenheit häufig um mich aus einem Gedankensumpf zu ziehen. Seit einiger Zeit mehr um mir klar zu machen, das mein Wertesystem absolut passt und mich das Feuer des Lebens mehr wärmt, als dass es mich verbrennt. Um ehrlich zu sein: Es hält mich wohlig warm und es gibt Leute, die formulieren das für mich.

Danke Markus, danke Thees. Danke ganz viele Andere!

Das Leben ist hart, aber das nehm ich in kauf.

Es hat sich niX verändert. Das Leben ist grausam, graesslich und die Menschheit hat einen solchen Planeten, wie Diesen, nicht verdient. Auf die Grossstaedte soll ne Bombe fallen und Umlautfetischisten gehoeren auf die Bahnschienen gelegt. Was soll das ganze Veganergeplapper aus dem Podcast, wenn das Fleisch weiter unter miesen Umständen „produziert“ wird. Und wieso rennen die Smartphonedeppen nicht mindestens so häufig gegen kurze Betonpfeiler, wie ich es vor Jahren beim Hinterherschauen von Frauen tat? Es ist klar und es wird immer bleiben: Die Welt ist ungerecht und da werd auch ich im Grossen und Ganzen nie was dran aendern – aber ich glaube wir hatten das schon haeufiger: Was interessiert mich das Grosse und Ganze, warum soll ich immer auf der falschen Seite der Ungerechtigkeit stehen?

Ich bin in Norddeutschland gross geworden, das Land hat mich genauso fett genaehrt, wie die fetten Wiesen auf denen die Kühe grasen. Hier komm ich her und hier bin ich geboren. Hier interessiert keinen das Grosse und Ganze. Hier interessiert Ebbe & Flut, der naechste Sturm und der Regen, der die Felder so fett macht.

Es hat sich was verändert. Das Leben ist schön, entspannt und die Menschen hinterm Deich haben das Land verdient. Und sicherlich hat Thees Uhlmann recht, wenn er singt: „Du bekommst die Leute aus dem Dorf, nicht aber das Dorf aus den Leuten“ und was auch immer das zu bedeuten hat. Aendere die Bezugsmenge und es kann sich etwas veraendern – und wenn Du willst, sogar zum Guten.

Ich mag Menschen nicht, sie sind mir einfach zu dumm, Reden zu viel und Sagen so wenig. Wie gut das ich einige Lebewesen um mich rum habe, die einer anderen Spezies entsprungen zu scheinen – und wenn das meine Bezugsmenge ist: Mir geht es gut.

Ich goenn mir meine eigene Bezugsmenge. Das Grosse & Ganze kann mich mal, genauso wie der Smalltalk am Rande der Bueroraeume, die Staedte fuer die mir genuegend Sprengstoff fehlt – und wer weiss. Vielleicht goenne ich mir auch irgendwann das Fahrzeug, von dem ich immer spreche, und bremse weniger als heute. Vielleicht raeume ich irgendwann noch mal etwas auf, … aber immer wenn es kurz davor ist frage ich mich wozu denn ueberhaupt? Es wird sich nie etwas aendern. Das Leben ist grausam, graesslich und die Menschheit … das Leben ist wie Feuer: Es brennt & es waermt.

Verwirrt? Schoen. Goenn dir das.

Der Fernsehturm Liebt Den Mond

Doch der Mond verhält sich komisch.
Denn er ist so verliebt in die Sonne.
Er läuft ihr immer hinterher.
Und der Fernsehturm ist traurig.
Und der Mond ist melancholisch.

Sie werden nicht zusammenkommen.
Niemals zusammenkommen.
Wie zwei Schienen,
dieser stillgelegten Strecke,
ganz weit draußen.
Niemals zusammenkommen.
Beieinander.
Aber nicht zusammenkommen.

Der Fernsehturm liebt den Mond.
Und der Mond liebt die Sonne.
Und die Sonne ist gelangweilt.
Fühlt sich falsch in dem System.
Und der Fernsehturm ist so, so müde,
Will den Mond auch nicht mehr sehen.
Und die Sterne wollen trösten
und sie fragen:
Kann nicht alles sein wie früher?

Sie werden nicht zusammenkommen.
Niemals zusammenkommen.
Wie zwei Schienen,
dieser stillgelegten Strecke,
ganz weit draußen.
Niemals zusammenkommen.
Beieinander.
Wie zwei Schienen dieses längst vergessenen Gleises.

Der Fernsehturm liebt den Mond.
Und der Mond liebt die Sonne.
Und die Sonne will nur weg hier.
Und die Sternen wollen nur,
dass alles wird wie früher,
dass alles wird wie früher.
Auch früher war es gut.
War es so wie früher?
Kann es denn nicht bitte so sein wie früher?

Sie werde nicht zusammenkommen.
Niemals zusammenkommen.

Und in einer sternenklaren Nacht,
in der keiner schlafen kann,
nimmt der Mond seinen Hut,
seinen ganzen Mut zusammen.
Nur eine leise Frage,
am Ende die bleibt:
Können wir nicht bitte Freunde bleiben?
Können wir nicht Freunde bleiben?

Marcus Wiebusch, Albumtipp „Konfetti“, wenn dann direkt koofen – natürlich als Vinyl.
Gönnt euch euer Leben.

An den Landungsbrücken raus – dieses Bild verdient Applaus!

… oder … .. in Städten mit Häfen haben die Menschen noch Hoffnung… (Bernd Begemann)

Was soll ich machen? Ich bin gut druff. Es geht mir gut, die Arbeit ist scheisse, und auch wenn die Band Kettcar gerade ne „Krativpause“ macht, das Leben ist schön!

Klar gibt es kleine & große Dinge, die einem manches Mal einen Dämpfer verpassen oder gar einen dicken Knüppel zwischen die Beine werfen – aber was ist das schon gegen die lange Zeit in der es einem gut geht, in denen man satt auf dem Sofa liegt, dem Rasen beim wachsen zuschaut, sich einfach die Sonne auf den Pelz brennen lässt oder der Hund einem voller inbrunst durchs Gesicht leckt ;-).

Die Welt ist global gesehen schlecht & ein Drecksloch, die Menschen befolgen die einfachsten Regeln nicht mehr – und das werden sie auch weiterhin nicht tun. Wie sangen und singen Kettcar immer wieder: „Mach immer was dein Herz dir sagt.“ Und wer weiss, vielleicht nehmt ihr dazu noch ein paar Worte von mir in euer Herz auf und macht damit die Welt ein büschn besser: „Wenn Du Anderen eine Freude oder gar einen Traum erfüllen kannst und Dir es ein Leichtes ist dies zu tun – dann wärst Du ziemlich bescheuert es nicht zu tun!“.

Die Hilfe für einen Radfahrer, der irgendwo im Nirgendwo einen Platten hat und in eurem Kofferraum ist bannig Platz. Die Mutti, die sich freu, wenn ihr das benutze Glas gleich in die Spühlmaschine stellt. Die Oma, die die Einkaufstüte kaum tragen kann und ihr eh mehr für eure Fittness tun wolltet. Der Nachbar, der eure Mülltonne lieber 12 cm weiter links sehen würde – und der Platz ist da. Dem Segelkollegen, der in einem überfüllten Hafen noch einen Liegeplatz sucht schon im Vorfeld die Fender raushängen. Geht aufmerksam durch die schlechte Welt und macht sie besser! Da gibt es viel mehr Momente in denen euch es ein Leichtes ist was zu tun!

Und glaubt mir, all die Dinge gibt es mit Zins & Zinseszins zurück!

Und nun noch einen fuers Gemuet und dann halligalli hoch die Tassen. Nehmt euch eine Stunde Zeit und tankt gute Laune beim Kettcarkonzert – wenn ihr denn wollt. Mir tut das gut und wisst ihr wass: Potten egal, was euch gut tut. Zwischendurch einfach mal machen, in schönen Gedanken schwelgen und ein paar Freudentränen vergiessen.

… und denkt dran: Solange die dicke Frau noch singt ist die Oper noch nicht zu Ende!


… und am Ende singen wir alle zu „Landungsbrücken raus“. Danke Bengi.

konzert

PS: Diese Zeilen haben über 60 Minuten gebraucht, bis sie zu Monitor gebracht wurden. Das Kettcarkonzert macht es möglich ;-)

PSPS: Die Doofen sollen sterben.

PSPSPS: Herzlich Willkommen zu Haus.

Man kann es sicherlich uebertreiben – doch ich kann nicht genug davon bekommen *doppelZackUndFettGrins* …


http://www.youtube.com/watch?v=29cm16RBsfg

http://www.youtube.com/watch?v=N_C91slWaSU

http://www.youtube.com/watch?v=Kz1o3Sxap6A


http://www.youtube.com/watch?v=RInOB2ujFQg

http://www.youtube.com/watch?v=38AsczuyR-w


http://www.youtube.com/watch?v=8eZ3AaiBnU0