260km mit dem Liegedreirad.

Eine längere Probefahrt mit dem HP Velotechnik Scorpion FS20 mit Shimano e5000 Elektrounterstützung (418WH) und elektrischer Nabenschaltung, auch von Shimano. Möglich gemacht durch Die Speiche in Oldenburg.

Das besagte Rad mit meinem Gepäck.

Ich durfte das Rad gegen eine Gebühr für ein „langes“ Wochenende ausleihen. Freitag 15 Uhr bis Montagmorgen zu Geschäftsbeginn. leider vereinbarte ich den Termin an einem Montag – so hieß es noch mehrere Nächte nervös schlafen bis die Tour begann.

Freitag 15 Uhr war ich pünktlich in Oldenburg und durfte auch gleich von dort aus Los radeln, da meine liebe Froo meine nervöse Natur bei sowas kennt und mich entsprechend nach Oldenburg gefahren hatte.

Es ging von Oldenburg Richtung Nordwesten über Bad Zwischenahn nach Marcardsmoor (ca 70km). am nächsten Tag dann Richtung Varel und von dort aus immer dem Deich entlang bis nach Butjarding (ca 80km). Am Sonntag ging es dann mit der Fähre in Blexen rüber nach Bremerhaven und dann schön im Bogen „unten rum“ über Dedesdorf, Stotel, Beversted, Drangsted und Leherheide (Pause bei Mama) nach Hause bis Padingbüttel (ca 110km). Bis auf berge war am Ende wirklich alles dabei, was einem an Schikanen und Strecke hier im Norden unter die Räder kommen kann – drum hier meine Erfahrung / Anmerkungen dazu:

Tief Liegen
Man liegt tiefer, jau – ca 30cm über dem Boden. Man wird an Ecken (noch) weniger von Autofahrern gesehen, jau. Kam mir dennoch nicht übertrieben anders als beim normalen Rad vor. Auch da muss man sich „um sich selbst“ kümmern, auf Autofahrer oder andere Verkehrsteilnehmer kann man sich nicht verlassen – in manchen Situationen können diese da noch nicht mal etwas dafür, z.B. hohe Zäune und Hecken. Mit dem Liegedreirad sind es halt auch die kürzeren Hecken und Zäune und auch parkende Autos hinter denen man nicht gesehen wird. Insbesondere rückwärts aus einer Hauseinfahrt kommende Autos haben keine Chance einen wahrzunehmen – aber ich bestreite ja schon immer das Radwege (insbesondere so Kombidinger (Fuß- & Radweg), die nicht einen Furz der Gesetzesvorgaben erfüllen und trotzdem als Benutzungspflichtig ausgeschildert sind) nicht sicher sind und man lieber auf der Straße* fahren soll.

Dieses „an-mehr-Stellen-mal-halten“ ist am Ende dann übrigens gar keine Last, sondern ein Moment des Grinsens – denn dank der E Unterstützung darf man jedes mal einen rasanten (E)Antritt genießen und man muss ja nicht absteigen. man bleibt einfach an jeder Kreuzung und den unübersichtlichen Stellen kurz stehen und genießt das Sitzen und ggf die Sonne ;-) – Ach, was hasse ich es auf dem Up (normales Rad) mit Gepäck nach diversen Kilometern wieder anfahren zu müssen. Die Knochen und Muskeln kommen aus ihrem gewohnten Tritt, überall spürt man die Wehwechen und wenn man kurzfristig Bremsen musste ist das mit dem Schalten bei meinem alten dann auch dämlich (Kettenschaltung kann man nicht im stehen schalten (natürlich hat das nix mit Vergleich Up/Liege zu tun))

Ein anderes Manko welches ich mir vorstellte, war Bodenkontakt durch so wenig Freibord – aber bis auf den Lerneffekt „lasse deine Arme nicht einfach nach unten baumeln“ konnte ich nichts nachteiliges feststellen ,-)

Übrigens stellte sich am Ende meiner Tour – bei einer kurzen Runde meiner Froo – heraus, das Kuddel unser Hund viel lieber neben dem Liegedreirad mitläuft als neben dem Up. Ggf liegt es einfach dran, das man auf gleicher Nasenhöhe fährt, was bei fremden Hunden auch mal unangenehm sein könnte.

Verschiedene Straßenverhältnisse
Über normale Straßen brauche ich nichts zu verlieren: Das lüppt ;). Radwege machen durch die Federung tatsächlich mehr Spaß als mit dem Up. Insbesondere diese Dinger an Landstraßen die meist diverse Queraufbrüche durch Baumwurzeln haben. Diese und auch normale Schlaglöcher werden sehr gut von der Federung eliminiert – man sitzt dann halt wie aufm Trecker mit guter Federung. Ohne Huckel ist natürlich feiner aber nervig, wie auf dem Up (inklusive Eierschläge auf dem Sitz) gibt es nicht. So kommt es tatsächlich, das ich mich trotz geschilderter Unsicherheit der Radwege bei mehr Radwegfahren erwischt habe (drum das Sternchen (*) oben).

An sich nix dickes – einfach mit einem Rad auf dem Grünstreifen. Schlaglöcher erfordern ggf. etwas ausweichen.

Betonierte Feldwege, die teilweise aufgebrochen sind bleiben eine aufmerksame Sache. Zwar werden Schlaglöcher wie bei den Radwegen besser als auf dem Up gefedert, aber zu fiese Stellen fühlen sich auch nicht bequem an und können sicherlich auch zum Sturz führen (wie beim Up, jedoch fliegt man nicht so weit ;-). Man muss auf allen Wegen jedoch auf Schräglage achten – gerne sind solch Trecker befahrenen Wege ja an den

Der wohl heftigste Weg auf der Tour, zu den Seiten unregelmäßig Abschüssig und Schlaglöcher so groß wie Berlin ;-) – Macht Spaß aber erfordert höchste Konzentration, drum sind die fiesesten Teil nicht gefilmt ;)

Außenseiten tiefer als die Mitte, da sei angeraten eher in der Mitte und somit in Waage zu fahren. Schräglage führ nicht wie beim Segeln zu mehr Stabilität, sondern kann dazu führen das man bei Lenkbewegungen oder ungewollten Gewichtsverlagerungen zur niedrigen Seite stürzt. Ich hatte da „Beinahesituationen“. Das Ganze kann man natürlich durch Reduzierung der Geschwindigkeit verhindern ;)
Feldwege mit Grünstreifen in der Mitte befährt man, soweit möglich mit zwei Spuren auf dem Beton, ein Rad dann auf dem Grünstreifen. Bei solch Wegen hilft die E Unterstützung sehr. Das schwere Treten in Grünstreifen

Auch das geht; Schaukeln wie aufm Trecker, doch kein Fluchen sondern Spaß!

oder ähnlich kann sehr gut durch die Unterstützung ausgeglichen werden und so machen auch solch Doppeltrailwege ;) oder auch gar Singletrail Wege durch die Federung und das E einfach nur Spass. Klar, bei Weg-/Trailbreiten unter einem Meter wird es doof ;-) Aber bis dahin lässt sich einiges Fahren und es gilt gleiches wie von den Radwegen: Durch die Federung ist es wie eine schauklige Treckerfahrt und keine „Ich-schlag-Dir-andauernd-in-die-Eier“ fahrt.

Ganz entspannt: Zwei Reifen passen auf den Betonstreifen.

Etwas blöd ist es, wenn die „gute Spur“ genau einen cm schmaler ist als die Breite zweier Spuren am Rad, dann versucht man immer wieder Laufruhe zu bekommen indem man mit zwei Spuren auf der guten Fläche fährt, rutscht aber andauernd wieder ab und gerät ggf leicht ins Schlingern (wenn es Höhen- oder große Zustandsunterschiede gibt). Da sollte man dann konsequent nur mit einer Spur auf dem befestigten Teil fahren – ggf wie beim Singletrail mit dem Hinterrad drauf und beide Vorderräder in den Grünstreifen.
Schotterwege sind hingegen entspannt. Etwas E und das läuft wie von selbst. Beim schlechten Schotterwegen gilt oben gesagtes – die gute

Entspannter Schotterweg – hier aber mit unsichtbarem. grässlichem und starkem Gegenwind. Mit E sind sie fröhlich dabei ;)

Federung macht einiges, alles kann sie auch nicht – doch ich habe auf der ganzen Tour nur einen „UpsAutsch“-Moment erlebt. Das war auf einem Schotterweg, wo ich einen aufliegenden Stein von Tennesballgröße mit einem Außenreifen traf, der wurde quasi zur Seite gesprengt, – tat mir mehr fürs Rad weh, als für mich.
Spannend wird es bei sandigen Waldwegen -am besten noch gerade von Pferden beritten und staubtrocken -Mit dem Up und Gepäck das Schlimmste was mir passieren kann. Ich versuche immer wieder fahrend durchzukommen, denn Schieben ist einfach schwer (bei meinem Schwerlaster ;), doch führt das häufig zum Zwangsabsteigen bei Fahrt – total nervig und die Fluchreichsten Wege die ich mit dem Up kenne. Mit dem Liegedreirad und dem E sicherlich eines der anspruchsvolleren Wege aber mir wurden nur „ooahhhaajuuihhjjuiijjwoooaaaahs“ entlockt, kein einziger Fluch. Und wenn ich vorher von schaukeligen treckerfahrten berichtete so ist es bei Sandwaldwegen dann die Vollendung des Zusammenspiels von DREIrad, Federung und E. Ich bin durch den Drangsteder Wald gefahren, über Sand und Stock und Wurzel – das hätte ich niemals mit dem Up und Gepäck geschafft (ein MTBler wird von sich anderes behaupten (was ich ihm auch glaube), aber ich würde es nicht hinkriegen).

Alles in Allem – Alle Untergründe und Verhältnisse waren für mich fahrbar. Bei den Meisten gibt es mit der besagten Kombi sogar Pluspunkte zum Up. Vielleicht liegt das auch manchmal einfach am Spaß so tief dabei zu sein und ggf fühlt sich „das da unten“ auch einfach schneller und somit adrenalinmäßiger an ;-)

Die Breite und Schikanen
83cm breit ist das Rad. Durch die Tür im Fahradladen kann man es nicht schieben, sondern muss es Querkannt durchtragen. Kann man machen, möchte ich aber nicht so häufig auf Reisen ;)

Die erste Schikane die ich traf – kein Problem durchzukommen. Eng, aber passt.

Auf der Tour fand ich einige Schafgatter, normale Schikanen und Engstellen. Überall kam ich durch. Nur einmal musste ich tatsächlich in einer Doppelschikane mein Hinterrad anheben und etwas versetzen.

Hier musste ich tatsächlich aufstehen und das Hinterrad versetzen (Blexen)

Ansonsten war ein „Wenden auf Engem Raum“ ausreichend. Man kann ja nicht nur mit Schneckengeschwindigkeit irgendwo durch (man fällt dabei mal sicherlich nicht um ;-), sondern man kann ja auch kurz die Beine von den Pedalen nehmen und kurz Rückwärts fahren. So kam ich ohne Aufstehen durch wie gesagt alles was ich fand (minus 1 ;).

Dieses Rückwärtsfahren ist übrigens ein feines Ding. Man gewöhnt sich schnell an beim Wenden auf engen Raum mit dem Rad so zu fahren das man RückwärtsROLLEN kann. Einfach eine kleine Schräge in der Straße nutzen – klappt in vielen Fällen sehr fein und ich hatte schon auf meiner kurzen Tour den Eindruck dass mein Wenden in zwei Zügen manchmal schon sehr imposant aussah (als ob ich nen Rückwärtsgang hätte ;-)

Gepäck und Zeltcomfort
Ich bin ja auf Tour immer mit Sack und pack unterwegs. Das Zelt muß mit, der Kocher, mein Feldbett und watt weiss ich noch alles. Insgesamt hatte ich ca 23kg Gepäck dabei. Mit Hinterradtaschen und einer Quertasche oben drauf kein Problem. Ich hab die Tour nix verloren und ich hatte auch nie

Der Sitz kann auch mal zum Ausschütten der Kleinteiletasche herhalten – dann muss man dies nicht auf dem Boden tun.

das Gefühl das es stört. Zwar gab es an dem Rad keine Lenkertasche, jedoch kam ich gut während der Fahrt an eine Tasche an der Rückenlehne ran. Am Ende kann man sogar zwei Lenkertaschen an einem solchen Rad anbringen – ok, keine Fronttaschen mehr, hat mich erst erschreckt, aber dafür klappt das wirklich gut mit der Quertasche über dem Gepäckträger.

Da man das Rad falten kann passt es besser in meine Apside als das Up. Ich kann tatsächlich noch neben dem Rad sitzen und auch Kochen. Und das

Viel mehr Platz in der Apside durch gefaltetes Liegedreirad.

total bequem auf dem Sitz des Rades, denn den muß man zum klappen abnehmen und eignet sich perfekt als Sitz (gegen das Gefaltete Rad gelehnt) in der Apside. Hab ich mir auf dem Up immer gewünscht abends nen Sitz mit Lehne zu haben (und tatsächlich auf einigen Touren auch mal einen mitgeschlurt), so brauch man den auf dem Liegedreirad eigentlich gar nicht mehr da man ja so verdammt bequem sitzt, hat aber trotzdem Einen um auch den vernieselten Abend im Vorzelt bequem ausklingen zu lassen.

Unabhängig vom Zelten ist das Rad eh immer ein bequemer Sitzplatz bei Pausen -man muss ja noch nicht mal absteigen um eine schönes Stelle zu

Einfach anhalten und genießen. Aufstehen nur wenn es sein SOLL.

genießen. Einfach hingefahren, angehalten, T-Shirt aus und in der Sonne brutzeln und/oder die Aussicht genießen. Während ich mit dem Up immer ne Stelle suche an der ich mein Rad gut abstellen und auch selbst sitzen kann, so halte ich mit dem Liegedreirad viel mehr an und genieße – und darum geht es mir ja: Entspannen und genießen (Binde dich für den Moment!)

Regen
Es soll schlimm auf einem Liegedreirad bei Regen sein… hörte ich. Ich empfand es als genau genauso wie auf dem Up, ggf sogar etwas entspannter da ich auf dem Up immer versuche nach unten zu schauen, damit ich den Regen nicht so ins Gesicht bekomme. Dies führt bei der engen Kapuze dazu das meine Brillengläser häufig beschlagen – auf dem Liegedreirad guckt man schön nach vorn – und ja, bekommt den Regen ins Gesicht – aber dafür immer mit freier Sicht. Ich hatte mir ein Cappi mitgenommen falls der Regen im Gesicht unangenehm wird, das Ding musste ich aber (noch) nicht benutzen. Beine werden mehr und Schuhe „anders“ nass. Aber mit den Regenklamotten vom Up kein Problem – etwas Schutz bietet sicherlich die Möglichkeit eines „Streamers“ – Quasi eine Windschutzscheibe über Füße und Beine, die man an so einem Rad anbringen kann. Durch das E fand ich es beim fiesen Gegenwind mit Regen dann zwar nicht angenehm aber sicherlich motivierender als auf dem „Bio“Up – denn da wäre ich in der Situation auf bestimmt 10-12km/h zurückgefallen. Hier einfach E auf Voll und weiter mit knappen 20km/h ;-)

Das E und die Akkuladung
Ich ahnte schon, das eine begrenzte Ressource auf dem Rad bei mir nicht unbedingt zur Entspannung beiträgt. Ein Akku mit 418Wh waren beim Rad dabei und das war es – ich, der immer Ersatz dabei haben muss, wenn es um Strom geht ;-) Klar ist: Wenn ich mal ein solches E Rad mein Eigen nenne, dann fahr ich nicht unter zwei Akkus los.

Mit meinem Gewicht und Gepäck macht der Akku ca 75-80km bei moderater Benutzung: also Grundsätzlich auf ECO (kleinste Stufe) und bei mehr Gelände auch mal auf Mittel und Hoch. Das ist dann aber eine Unterstützung die ich eher unter vollem Komfort einschätzen würde. Wenn man sich wirklich keine Gedanken machen will und immer hoch Schaltet um möglichst im „Gemütlichkeitsmodus“ zu bleiben, dann sinkt die Reichweite auf ca 60-65km. Beide Aussagen bei relativ gutem Wetter und nicht Dauergegenwind und/oder gar längere Steigungen.

Vor Regen geschützt: Akku laden.

Um also 100km am Tag fahren zu wollen sind mit diesem Setup zwei Akkus notwendig und dazu jeden Abend eine Möglichkeit zwei Akkus zu laden! Dies bedeutet ggf. nach 5 Std Ladezeit Wecker stellen, zweiten Akku anschließen und weiterschlafen. Klingt noch nicht optimal, wie ich finde – geht aber sicherlich.

Wenn man auf Campingplätzen rast macht sollte das laden kein Problem sein: Beim Ersten hab ich das Ladegerät mit Akku einfach im Bad liegen lassen (kleiner Campingplatz). Beim Zweiten konnte ich direkt am Zelt, im Stromkasten Laden (musste mir dazu nen Euroadapter leihen, sollte man ggf dabei haben).

Man beachte aber das jede(r/s) Zusatzakku mit weiteren ca 3kg zu Buche schlägt, ein zweites Ladegerät mit ca 1kg – für Gewichtsvermeidungsfetischisten ist das nix.

Das zusammengefaltete Liegedreirad im Kofferraum.

Transport im Auto
Am Montag musste das Rad dann ja (leider) zurück nach Oldenburg. Durch den Klappmechanismus passt es bei unserem Ford Mondeo Kombi nicht ganz in den eigentlichen Kofferraum. Die Rücksitze müssen tatsächlich umgeklappt werden, jedoch geht es um wenige Zentimeter, so dass das Gepäcknetz drin bleiben kann und das Rad perfekt sichert. Ich denke ohne Netz gehen zwei der Räder ins Auto und Platz für die Packtaschen ist auch noch.

Im Mondeo müssen wir zwar die Sitze umklappen, jedoch das Gepäcknetz kann drin bleiben.

Und nu? Fazit.
Ich versteh nun warum so ein Teil nicht alle fahren: Ich hab die Preisliste gesehen :-( Dabei sollten solche Fortbewegungsmittel und nicht Autos gefördert werden. Jeder muss sich natürlich sein eigenes Bild machen – für mich bedeutet das Ding jedoch ein MotivationsRadSchub ohne gleichen. Die Wehwechen die ich auf dem Up habe (Handgelenke, Rücken, Arsch, Eier ;) scheint es hier nicht zu geben. Der Komfortgewinn an sich durch das nicht absteigen müssen beim Halten und oben drauf das E machen es einfach nur zum Spaß damit durch die Lande zu fahren. Und selbst min Froo, die ich noch nie richtig aufs Rad bekommen habe war sofort davon angetan, was dazu führt das ein ggf. zukünftiges Liegedreirad auf jeden Fall eine Schnelllängenverstellung haben muss, damit eben diese liebe Froo eben auch mal eben mit dem Ding losflitzen kann.

Ich will nicht mehr auf das Up. ich will nur noch liegen – auf dem Liegedreirad!
Is einfach Schweinegeil, so rumzufletzen!

Öhhäää, Dreirad?!

Vorgeschichte: Mein Arbeitgeber bietet mir an über Jobrad ein Fahrrad zu beziehen. Eine gute Gelegenheit vielleicht noch mal an ein neues Rad zu kommen, denke ich bei mir und vereinbare Probefahrten bei meinem Traumreiseradhersteller Velotraum und auch bei einem HP Velotechnikhändler für das Grashopper Liegerad. Schon vor 17 Jahren fuhr ich das Grashopper mal bei einem Freund und wollte gerne aufs Liegerad umsteigen, doch hatte ich ein Jahr zuvor erst mein jetziges Reiserad gekauft, darum fiel das aus. Ein guter Zeitpunkt jetzt doch aufs Liegerad umzusteigen dachte ich. Des Weiteren war die Frage ob ich ne E Unterstützung haben will, die erste Fahrt auf dem Koga meines Pruders brachte aber kein „habenWill“ auf, denn der Bosch Mittelmotor machte ziemlich nervige Geräusche.

Egal, auf zu den Probefahrten: Die normalen Räder mit E Unterstützung beim Velotraum waren halt sehr fein am Berg, der leise Nabenmotor von NeoDrive überzeugte mich nicht – war zwar nicht zu hören aber ich fand die Gewichtsverteilung des Motors aufs Hinterrad blöd und zusätzlich hatte ich auch den Eindruck, das es nicht einwandfrei schaltete und ein Widerstand beim ausgeschaltetem Zustand merklich spürbar war.

Das Zweite mit Shimano e8000 war da vom Schalten und Gewichtsverteilung schon besser – und am Berg wurde klar: Motor – habenWill. Da muss ich mich nur noch ans Geräusch gewöhnen, denn auch dort machte de Mittelmotor schon ein sehr bewusst wahrnehmbares Geräusch : (

Beim Grashopper Test musste ich erstmal Liegerad an-sich üben. Die Probefahrt war dann auch etwas unsicher, aber das Sitzen auf einem Liegerad ist einfach bequemer. Auch wenn ich bei der Fahrt noch etwas verkrampft war – der Sitzkomfort war auch so enorm zu merken. Was mich im Kopf etwas störte war die fehlende Motorunterstützung – geht zwar beim Grashopper mit Nabenmotor, aber für das verbaute Fabrikat löste sich gerade die Firma auf (GoSwiss). naja, dachte ich bei mir – frage ich mal bei HP Velotechnik an ob vielleicht auch ein Mittelmotor mal geplant ist – an deren Trikes verbauen die die ja auch.

Probefahrt fertig – eigentlich alles klar, da fragt der Verkäufer ob ich nicht auch mal ein Trike fahren möchte? „Klar, wenn ich schon mal hier bin, mache ich das – aber glauben Sie mir, das ist nix für mich, so ein Dreirad und auch nicht so ein tiefes“.

Drei, zwei, eins – MEINS! Öhhäähhh was ist das denn geiles?! Da setzt Du dich einfach drauf und sitzt drauf ; -) Erstmal gemütlich „chillen“, wie man so neudeutsch sagt – und dann irgendwann losfahren. Vollgefedert rase ich durch die Straßen zum naheliegenden Radweg und kriege das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Gleich zur ersten Engstelle die ich finden konnte und durch – passt – weiter mit E Unterstützung auf einen groben (Golf- bis Tennisball-groß) Schotterplatz. mit dem normalen Rad wäre das mit Gepäck fast Selbstmord doch mit dem Trike und E Unterstützung sause ich ich einfach durch und fahre noch Kreise im Schotter.

Zurück beim Händler gibt es das nächste, nun etwas tiefer – nicht ganz so breit: Ein HP Velotechnik FS 26 mit Shimano Motor und elektrischer Kettenschaltung. Das Ding war noch besser und ich wollte schon gar nicht mehr zurück. Die Kombi Dreirad, bequem liegen, Vollfederung und E Unterstützung machen das einfach zum vollkommenen Spassmobil.

Ein Liegedreirad von HP Velotechnik, FS20 Plus (etwas höhere Version)

Dann noch ein drittes Liegedreirad ohne E – aber ne „Sportausführung“ gefahren und ich musste dem Händler gestehen: „Das war gerade Lebensverändernd. Manchmal hat man Tage, da meint man den Ausgang des Tages zu kennen – und dann dreht sich dein Leben plötzlich von der einen zur anderen Seite!

Freie Sicht über die Beine beim bequemen Liegen im Sitz.

Ich hatte im Zug nach hause viel Zeit zum nachdenken und natürlich fielen mir viele Dinge ein, die bei einem solchen Liegedreirad anders sein werden, die durchdacht werden müssen, die getestet werden müssen: Wier ist das mit der Spurbreite? Sehen mich die Autos noch, wenn ich 30cm über dem Boden sitze? Und kann ich damit überhaupt solch Zweispurfeldwege fahren, wo in der Mitte Gras wächst? Ich kramte einiges an Erfahrungen von meinen langen Touren aus und fragte mich wie das wohl mit dem Trike ist – Das Ding muss doch trotz – oder gerade wegen – seiner Bequemlichkeit auch nen Haken haben. Warum fahren da nicht alle mit rum? Welcher Trottel setzt sich denn freiwillig noch auf ein Up (normales Fahrrad)?!

Scheisse, ich brauch ne längere Probefahrt. Ich muss ne Tour mit so einem Teil machen …

Systainereinsatz für Knarrensatz.

Ich berichtete ja über die „Hasschublade“. Teil Dieser war mein gesammeltes Sammelsorium ;) rund um meine zwei kleinen Knarren und umzu.

Beim nachdenken über eine Ordnungslösung kam mir in den Sinn, dass es beim Knarrensatz bestimmt Sinn macht den auch mal „dabei“ zu haben. Für diesen Zweck der tranmsportablen Fuscherei habe ich mir ja Systainer zugelegt, insbesondere einen Schubladensystainer mit mobiler Werkbank. Wenn ich denn also mal auf Tour gehe, dann nur mit dieser Kiste – egal ob am Haus oder auch weit weg.

Also wurde es klar. Die Dinge, die ich mal mitnehmen will müssen irgendwie in diese Box(en) passen. Kurzerhand konstruierte ich aus diesem Grund einen Einsatz für eine dieser Schubladen um das mal für mein nun sortiertes Knarrenzubehör zu testen. „Nur mal eben gucken ob das grundsätzlich geht, passt bestimmt nicht perfekt, hab ja nur eben mal hinkonstruiert ….“. Naja, was soll ich sagen : Passt perfekt!

Mal eben konstruiert & ausgefräst. Nachdem ich die Taschen nun „parallel“ und nicht mehr „linear“ fräse, sind Diese auch ohne Nacharbeit sehr ansehnlich.

Eine Knarrennuss sitzt etwas eng, aber ansonsten nix zu beanstanden -lach- Nu muss ich nur sehen, was auf die andere Hälfte des Einsatzes kommen soll.

Bin tatsächlich etwas positiv erschrocken, das das so vom Fuscher gemessen, konstruiert und ausgefräst wurde und auf anhieb passt ;-)

Die auf dem Foto sichtbaren, leeren Löcher sind für den Griff zum herausnehmen (Rechteck) und Abstandshalterrundstäbe (kleine Löcher) gedacht. In die Schublade mit dem kleinen Kanrrenzubehör passt ein Einsatz oben druff – ich denke ich muss ggf. mal meinen Bohrerslider überarbeiten ;-) Einsätze für Dinge die ich sicherlich mal dabei haben will müssen in meine Schubladen und Systainer passen – das steht nun fest und wird auch umgesetz. Das wird fein, … sehr fein. ;-)

Ordnung für die Maulschlüssel

Unter meinem neuen Schubladenschrank befand sich noch eine „Hassschublade“, aus der ich häufiger etwas benötige. Immer wenn ich diese öffnete ärgerte ich mich da sie randvoll mit Schraubendrehern, Maulschlüsseln, Bits und Knarren inkl Zuebhör war. Oben druff noch ein paar Zangen und ein vernünfiges Öffnen und Schliessen dieser Schubalde war eher dem Zufall überlassen als das ein System dahinter steckte – Grrrr.

Abhängen in der Sonne … und vor der winterlichen Fischfreier-Gartenstuhl-Schutz-Konstruktion.

Zuerst dachte ich, ich sortiere alles in meine noch leere fünfte Schublade ein, doch ich muss ja in der Werkstatt mit Platz haushalten, drum fiel mir nach etwas überlegen für die Maulschlüssel ein weiterer geeigneter Platz auf: Im Fenstersims, quasi schräg unter meinem Kleberollenregal und direkt vorm Fenster.

Da mir die Möglichkeit bei den Bohrern sehr gefällt, dass ich mehrere Bohrer einer Größe in einem Sortierfach habe, wollte ich das auch bei den Maulschlüsseln machen. Also einfach eine Latte, dort Löcher rein und in diese Rundstäbe: Fertig ist der Mehrfachhalter pro Maulschlüsselgröße.

Ich erinnerete mich an meine Fuscherei bei meinem ersten Bohrerständer, bei dem ich auch mehrere Löcher gleichmäßig auf eine kleine Latte verteilen musste …. naja, ihr könnt es euch denken, für sowas bin ich nicht geschaffen …. gleichmäßig -lach- ;-)

Die Reihe. Schön, nich wahr?

Also muss die CNC herhalten. Eben schnell eine Lochreihe „konstruiert“ mit zwei Lochgrößen (6mm & 10mm Rundstab) und gestaffelten Lochabständen (ca in 5er Schritten wird der Abstand etwas größer). Dann schnell die Latte auf den Tisch gespannt und … ähhh moment. Ich würd die Rundstäbe nachher ja gerne ein büschn schräg nach unten haben, damit die Maulschlüssel nicht einfach runterrutschen und ähhh schräg fräsen is ohne 4. Achse nicht .. grrr … neue Fräse kaufen ;-) …. neeeee, ich kann ja fuschen ;)

Von der Seite ein Restbuchestück drunter und auf der Opferplatte verschrubt.

Kurzerhand hab ich einfach ein Stück Restplatte (6mm) genommen und eine lange Kannte der Latte druaf gelegt – so das eben die Latte nicht komplett plan auf dem Tisch aufliegt, sondern eben in dem Winkel, wie ich die Rundstäbe und somit die Löcher haben möchte. Dann noch schnell eine Halterkonstruktion aus Lattenrest und Unterlegholz gebaut um die Latte auf der Opferplatte auf dem Tisch zu verschrauben. Ich konnte die Latte nicht direkt mit der Opferplatte verschruaben, da die spätere Lattenlänge über den Frästisch hinausragt – der Frästisch ist ca 85cm lang, die Latte musste nachher aber 101cm sein un dich wollte nachher natürlich keine blöden Löcher vom Festschrauben sehen. Also diese Klemmvorrischtung gefuscht und sie funktionierte besser als gedacht – da ruckelte beim Fräsen nichts.

Von der anderen Seite nix drunter – die Latte schräg + der Fräser fräst wie immer = schräge Löcher.

Lochreihe fertig, schnell Rundstäbe mit der Tischkreissäge und dem Schiebeschlitten auf gewünschtes Mass geschnitten, Latte geschliffen, kurz noch ne Stunde an den Schreibtisch um über den Löchern sinnlose Größenbeschriftung anzulasern (sieht man wirklich super, wenn der Rundstab dann schräg nach oben geht und nen Mauschlüssel drauf hängt ;-) und dann nen Tropfen Holzleim in die Löcher, Rundstäbe rein und fertig.

Einfach, praktisch …

Damit die Latte zwischen den Wänden am Fenster hält habe ich auf der Tischkreissäge und dem Schiebeschlitten schnell zwei kleine Halter gebastelt in der die Latte von oben einfach eingeschoben werden kann. Das ging fixer als die Dinger erst am rechner zu zeichnen und dann auszufräsen. Ich sagte ja schon mal, ich mag es beide varianten der Holzbearbeitung zu verbinden – was Sinn auf der CNC macht: Rauf damit. Was ich anders schneller/besser/praktischer kann eben von Hand und/oder mit anderen Maschinen.

… und fein.

Die einzelnen Maulschlüssel habe ich dann von Hand klar beschriftet – das schafft mein China-Gadget-Laser leider nicht ;) – So erkenne ich die Dinger auf Anhieb und ich muss nicht mehr verärgert in die Schublade luken und minutenlang suchen. Doppelte Schlüssel habe ich aussortiert und werde sie erstmal in einer Kiste sammeln bevor ich sie in 9 Monaten, vier Tagen und sieben Stunden dann beim nächsten Aufräumwahn wegschmeissen werde. Warum nicht jetzt? Ja, hallo! Da ist das Gute doch noch nicht von ab! ;-)

Der Rest der Schublade wird ebenso entsprechenden Sortierphysiken oder der entsprechenden Kiste zugeführt, könnte ihr hier sicherlich lesen. Mal gucken was für die Schublade übrig bleibt – der Plan ist ja: Die Schraubendreher & Zangen.


Farbflaschenregal für die Seemannsbraut

Min Froo hatte Geburtstag und drum mußte was gefuschtes her. Bilder malen kann ich nicht, also hab ich das erste größere CNC Projekt probiert. Neben dem Fräsen aller Teile für das Regal gab es auch diverse Versuche Logos zu fräsen. Ich hab viel rumprobiert und rausgekommen ist eben ein Regal für die kleinen Flaschen mit Keramikmalfarbe der Seemannsbraut.

Alle Farben auf einen Blick im Regal vom Fuscher.

Alle Teile bis auf die Rückwand wurden in Fusion 360 konstruiert. Die Vorgabe war 68x68cm, so viel Platz gibt es da in einer speziellen Ecke auf der Schiffsbrücke, wo das Regal später landen (hängen) soll. Das Regal soll nicht nur an einer Wand versauern, sondern auch mal auf dem Tisch oder sonstwo stehen um die Farben schnell im Zugriff zu haben. Dies ist zwar bei der Größe und der geringen Tiefe von 8cm nur mit zusätzlichem Ständer sicher möglich, aber dafür hat es auf der Rückseite als Blickfang das Logo der Seemannsbraut eingebrannt – ne quatsch – eingefräst bekommen. Die Rückwand besteht dafür aus einer schwarzen, weiss beschichtete beschichteten Kunsstoffplatte bei der ich „einfach“ das Weisse weggefräst habe. Warum auch immer ist es etwas tief geworden, aber egal – der Fuscher und vor allen Dingen die Froo findets toll.

Ja, schon gut – gaaaanz perfekt sitzt die Rückwand nicht, aber das Logo is fein ;)

Der Weg zum Regal war wie gesagt mit sehr vielen Tests in allen CNC Richtungen verbunden. Am Ende war es aber wie immer ein einfacher Weg: Eben die Seitenteile, das Lochrregalbrett und die Griffleiste Konstruieren (jetzt würd ich das schon wieder anders konstruieren, aber ggf hilft es wem), ausfräsen (die fünf Regalbretter mit jeweils 13 Löchern haben die

Wenigstens Eine(r) ist am arbeiten …

CNC Maschine ca 2 Stunden unter Dampf gesetzt ;), Ecken runden, schleifen, bepinseln, zusammenbauen (Dabei gelernt, das selbst Platten aus dem Baumarkt manchmal DICKER sind als angegeben, doch der Hammer treibt es rein ;-), kurz anschleifen, noch mal eine Frabschicht drüber und bis auf die Rückwand fertig.

Drei Rückwände habe ich gebraucht bis Fräserdicke, Geschwindigkeit und am Ende das Ergebnis für mich passten – das ist immer noch nicht perfekt, aber es ist brauchbar & fein. Schnell noch Löcher in die Rückwand, senken und festschrauben. Für den Halter später müssen noch Löcher rein, zumindest habe ich mir das vorgenommen – doch die Wandanprobe erfolgt erst bei etwas wärmerem Wetter, wenn die Froo die Schiffsbrücke wieder bewohnt

Fertig zum verschenken – nein, die Eier werden nicht gezählt!

Und das Ganze dieses Jahr ohne Produktwebseite … ich werd auch schlampert ;)

Schubladenschrank Fotosafari

Nach dem zusammenfuschen ist vor dem Lasern ;-) Alle bisher gebauten Einsätze für die Schubladen sind nun mit dem Laser beschriftet. Für die Schublade mit den metrischen Schrauben war das ne klitzekleine Monsteraktion ;-) aber ich bin froh es jeweils gemacht zu haben, sieht einfach fein aus.

Die metrischen Schrauben:

Metrische Schrauben & Slider für passende Scheiben.
Jeweils wechselbare Holzplättchen mit Beschriftung.

Universalschraubenschublade:

Ein kleiner Teil an Boxen fehlt noch.
Das Arbeiten & die Entnahme der einzelnen Boxen macht riesig Spass.

Bohrer, Fräser und Bohrzubehör:

Die komplexesten Einsätze für viele Kleinigkeiten.
Endlich nicht mehr aus diversen Kisten kramen, Heimat für die Fräser.
Bohrer, Bohere & Bohrer. In allen erdenklichen Arten & Größen inkl Slider hierfür.
Auch Bohrhilfe, Meisterdübler und Winkelaufsatz haben eine Garage gefunden.

Nägel und Eisenwaren:

Ganz so weit bin ich in dieser Rubrik noch nicht, aber auch hier werden sich großteilig die entnehmbaren Schraubenboxen finden. Muss ich die Tage mal wieder ein paar von denen Produzieren – kam die Tage andauernd was Anderes dazwischen.

Teilweise bleiben die Boxen unbeschriftet, manchmal macht Text keinen Sinn.


Kleinteileinsatz für Schublade

Für die Schublade mit den metrischen Schrauben wollte ich einen nicht herausnehmbaren Einsatz haben – so, wie er bei vielen Schubladen üblich ist. Dieser sollte aber ohne Nuten oder Kleber fest in der Schublade sitzen damit er ggf irgendwann mal getauscht werden kann – und ich einfach ausprobieren wollte, ob ich dazu in der Lage bin ;)

In einer Stunde zum Kleinteileinsatz für die metrischen Schrauben.

Ich habe den Einsatz auf der Tischkreissäge gefertigt. Dabei ist die Überlegung wie gross die Kästchen werden sollen, damit ein guter Kompromiss zwischen Füllkapazität und Anzahl der Fächer erreicht wird, die langwierigste Aufgabe. Ich habe mir als grobes Mass 55x80mm inkl Wandstärke (4mm) vorgenommen und das mit einigen Holzstücken mal nachgestellt. Der Füll- und Entnahmeversuch verlief postiv und so blieb es bei diesem Mass.

Die Höhe der Fächer soll 40mm ergeben, dann ist noch genügen Höhe in der Schublade frei um oben drauf noch eine Schiebebox, wie bei der Bohrerschublade, aufzunehmen.

Ich entschied mich bewusst für längliche Boxen, also tiefere, denn breitere. Dies hat verschiedene Vorteile: Ich brauch nicht so viele lange (Schubladenbreite) Teiler fertigen und die Beschriftungsplätchen später, verbrauchen weniger Platz (eben nur ca 50x4mm anstatt 80x4mm). Ja, ich weiss, sehr theoretische Einsparung … aber ich bin halt nen Theoretiker ;) Mehr ind der Praxis spührbar ist eher der geringere Holzverbrauch für die Beschriftungsplätchen – der ist immerhin knappe 0,1qm!

Kleines Holzstücken in Segeblattbreite sichert exakte Nuten.

Damit die Nuten für die „Teilerkreuze“ exakt werden bediente ich mich eines kleinen Tricks, den ich mal bei einem nordischen Tischler gesehen habe – man fertige ein Holzstück, welches exakt so dick ist, wie das Sägeblatt der TKS und bringe es in einen 90 Grad Winkel zu einem Reststückholz (einfach Nut rein) und befestige diese Konstruktion dann auf seinem Schiebeschlitten der Säge.

Zusammengetapt werden alle gleichen teile zusammen genutet indem die vorherige Nut auf den kleinen Holzkeil gesteckt wird = perfekte Abstände der Nuten.

Nun kann man immer, wenn eine Nut gesägt wurde – eben Diese auf des kleine Holzstückchen setzten und erhält in perfekten Abständen eine neue Nut. Natürlich ist das von mir verwendete Holz für die Teiler dicker als mein Sägeblatt :( – Also muss die erste Nut „von Hand“ verbreitert werden, so dass das Teilerholz (bei mir 4mm) perfekt in die erstellte Nut passt. Dann kann man genauso verfahren, wie eben beschrieben. Man muss halt nur zwei Sägeschnitte machen, einmal mit eingelegter Nut rechtsbündig und einmal mit eingelegter Nut linksbündig.

Das funktioniert perfekt, selbst wenn man seine benötigten Rohteile einfach alle zusammen bappelt (tapen tut) und somit alle benötigten Schnitte an allen Teilen auf einmal durchführt (jeweils für horizontale und vertikale Teiler).

Selbst eine große Anzahl von Teilen lässt sich mit einem Durchgang sägen. Hier rächt sich natürlich jede kleinste Unrechtwinkligkeit des Sägeschlittens zum Sägeblatt.

Das sägen dauert somit ca 15 Minuten und fertig is.

Danach Die Quadratur (isses ja gar nicht, sis ne Rechteckatur ;) zusammenstecken und rein in die Schublade. Passt perfekt!

Warum passt das? Als ich die Teiler auf Länge zugeschnitten habe machte ich sie einen Tick zu lang. Danach habe ich sie auf exaktes Mass geschliffen. Ein Tick ist eher 3-5 Zehntel Millimeter als mehr. So konnte ich sichergehen, das ich mit meinen Knickaugen die Säge nicht zu kurz einstelle ;-) Hat super funktioniert. Auf anhieb passte der Einsatz bombenfest in die Schublade und nun sind schon fast alle metrische Schrauben drin verschwunden.

Zusammenbau auf dem Fussboden.

Einen horizontalen Teiler (hinten -rechts) habe um eine Feldlänge gekürzt, damit ein besonders großes Fach für große Schrauben entsteht. Übrigens erst als der Teiler in der Schublade war. Mit der kleinen Japansäge kein Problem,- man muss ja auch nur zur Hälfte durchs dünne Brett, da man ja genau am „Kreuz“ sägt.

Und wie gewollt – ohne Kleben und Nuten in der Schublade hält der Einteiler bombenfest. Einfacher gehts nicht.

Klar, diese Einsätze kann man nicht einzelnd entnehmen, wie bei der Universalschrauben, aber hier ist dies für mich auch nicht notwendig. Hier geht es eher für mich um noch bessere Platzausnutzung in der Schublade als um die Möglichkeit der Einzelkastenentnahme.

Fräsereinsatz für Schublade

Die erste Schublade ist nun komplett mit Einsätzen versorgt. Heute ist der Bretteinsatz für die Fräser und ein wenig W*lfcraft Bohrzubehör entstanden. In ein passendes Brett wurden Ausschnitte, Bohrungen und Taschen gefräst. So habe ich Platz für das Winkelgetriebe für den Akkuschrauber, den Dübelmeister und eine Bohrhilfe. Zusätzlich sämtliche Fräser und Kleinzubehör für Selbige. Auch für die Schraubschlüssel und Kopierringe ist Platz, genauso wie für ein paar Spannzangen.

Passgenaue Fächer für Bohrzubehör und Fräser.

Das ganze ist aus einem Restebrett entstanden und ist wie immer nicht perfekt, war eben gleichzeitig auch mein erstes komplexes Taschenfräsexperiment in Verbindung mit dem CAD für die speziellen W*lfkraftteile – am Ende alles ziemlich passgenau.

Damit kann ich erstmal arbeiten und Spass haben … sollte ich irgendwann mal Verbesserungsgedanken hegen, kann ich nach Änderungen am Rechner das ganze einfach noch mal auf einem neuen Brett ausfräsen – ist ja nur etwas warten ;) – Ca. 1 Stunde haben diese Ausfräsungen mit einem 3,175mm Fräser benötigt. Vor dem Fräsen hatte ich das Brett schon auf Breite (330mm) mit der Tischkreissäge auf Mass gebracht. Auf die Länge von 400mm habe ich es erst nach dem Fräsen gebracht, so konnte ich die Überlänge auf beiden Seiten zum befestigen auf dem Frästisch benutzen.

Die Schublade ist voll … und trotzdem ist da noch Platz … ;.-)

Ich hätte natürlich auch das ganze Brett ausfräsen können – aber das tut ja in dem Fall nicht wirklich not – die zwei (vier) Schnitte kriege ich mit der TKS etwas schneller und auch besser hin (hach, das ich sowas mal schreiben würde ;-)

Bezüglich einer Beschriftung überlege ich noch – bin mir noch nicht sicher ob es dort sinnvoll ist, da ich mir eh nie selbst vertrauen würde was das richtige Loch des Fräsers angeht ;-) Somit werd ich eh immer wieder den Messschieber in die Hand nehmen und den Fräser überprüfen. Hmm, schlafen wir mal ne Nacht drüber ;)

Als nächstes gibt es dann den EInsatz / die Einsätze für die metrischen Schrauben. Auch da bin ich mir noch nicht ganz sicher wie. Aber DAS es was wird, da bin ich mir langsam mal sicher. Auch an Fuscherein kann man Spass haben – auch mit dem Auge.

Schraubenschrank

Es geht voran mit der Schraubenaufbewahrung: In der Zwischenzeit ist der Schubladenschrank für die Schraubenboxen entstanden – wie geplant 100x45x50cm mit fünf Schubladen für verschiedene Dinge: „Nägel & Co“, „Metrische Schrauben“, „Universalschrauben“, „Bohrer & Fräser“ und eine noch nicht genau definierte.

Das erste Ding, welches anschaubar werden sollte – und wurde!

Den Korpus habe ich aus 18mm OSB Platten gebaut, die Schubladen passend zu den Holzboxen in heller Birke. Natürlich ist nicht alles rechtwinklig geworden und ich „kämpfe“ noch mit zwei Schubladen, die schliessen nämlich links nicht ganz bündig mit dem Korus ab. Aber ganz ehrlich – hach, ein Augenschmaus isser schon. Insbesondere mit den stetig wachsenden Einsätzen für die Schubladen ist es ein Spass beim Arbeiten mal nen Bohrer oder mal ein paar Schrauben herauszunehmen. Die Idee mit den leicht aus den Schubladen nach oben herausziebaren Schraubenboxen (durch den offenen Rahmen oben auf den Boxen) war die richtige – das funktioniert perfekt. Einfach mal eben die „3x20er“ Schrauben raus mit auf den Werkplatz nehmen. Jau, sehr fein.

Dazwischen mal eben die zweite Schublade auf und einen Bohrer aus dem Einsatz geholt – schön sortiert und mit der „Schubladeneinsatz“-Variante hab ich gleich auch alle Bohrer einer Größe am Platz. Bei der vorherigen Version, bei der ich für jede Größe eine Bohrung am Ständer hatte, musste ich an anderer Stelle noch die restlichen Bohrer einer Größe aufbewahren – je Kleiner, desto mehr sind irgendwie vorhanden :-) Ja, auch diese Version der Aufbewahrung fasst nicht alles – aber zumindest alles von mir zur Zeit und hat noch etwas Luft.

Um die Schubladenhöhe etwas besser auszunutzen (von Aussen sollten alle Schubladen gleich hoch sein und dabei waren die grossen Schraubenboxen massgebend) habe ich einen Einsatz erstellt, der auf zwei unten stehenden Einsätzen rutschen kann. Ich habe dabei auf einen extra Stegschlitten, wie einige benutzen, verzichtet. Ich hab lieber den hinteren Einsatz für größerer Bohrer wie Forstner und Co etwas höher gefuscht – der Einsatz rechts daneben bekommt auch eine etwas höhere Wand und so kann sich der Hauptbohrereinsatz fein auf den beiden unten liegenden Einsätzen für weitere Bohrer und Bits hin und her bewegen.

Alle Boxen basieren auf boxes.py, sind aber sehr stark auf meine Bedürfnisse angepasst. Für die Innenwände habe ich die Zinkenanzahl reduziert, habe die generierten Zeichnungen meisst fürs CAM optimiert und auch beim Biteinsatz mal komplett die Aussenwand verschoben um vorne ein randloses „Bithalterbrett“ zu erhalten.

Als nächstes ist der Halter für Fräser und Bohrzubehör dran, der wird insbesondere für Letzteres etwas komplett Anderes – und wahrscheinlich auch gar keine Box im klassischen Sinne, sondern eher ein Brett mit Einfräsungen für die verschiedenen Dinge … mal sehen.

Die Beschriftung habe ich bei den Einsätzen wie bei den Schraubenboxen gelastert – auch hab ich mir den Aufwand gegönnt dies auf den Schubladenfronten zu tun – hach schön.

Schubladenfronten mit Lasergravierten Logos versehen.

Der besonder Stolz (ja, bin ich, auch wenn das Ding noch nicht perfekt ist) gilt aber den eingelassenen Auszugsgriffleisten. Die sind als „U“ geformt und liegen oben auf der Schubladenblende und hinten an der Blende auf – Tja, aber nicht bei mir: Auf beiden Seiten sind sie passgenau eingelassen und schliessen bündig ab. Die Fräsungen sind per Hand mit der Oberfräse und nicht mit der CNC Maschine entstanden.

Die Griffleisten sind passgenau eingelassen.

Insgesamt ein sehr feines Zusammenspiel zwischen der TKS, den kleinen Einhandoberfräsen, dem kleinen Frästisch und der CNC Maschine – Ja, klar, meine Lieblingsmirka war auch beteiligt ;-) Und ohne digitales CAD ging auch nicht wirklich was .. ist also für jede Tageszeit etwas dabei.

Übrigens hat sich zum beschriften wieder dieses kleine China-Lasergravierer-Gatget bewährt – da man es überall draufstellen kann ist es einfach verdammt flexibel – und für die Beschriftungen langt die Graviergrösse von 8x8cm allemal – und die einfach Software sowieso. Geht sicherlich alles geiler, aber Preis & Nutzen find ich unschlagbar.

Das Schubladenfront-Beschriftungssetup. Im zusammengebauten Zustand schön beschriften.

Das war nun nach dem großen Schrank neben dem Brennofen der erste Schubladenschrank der mir in den nächsten Jahren mit den Augen wirklich Spass bereiten soll. Und bisher tut er es. Ich hab wie gewöhnlich viel gefuscht und muss auch noch etwas nachfuschen, aber wie geschrieben ist das Ding fein, seeeeeehr fein und jeder weitere passgenaue Einsatz macht Spass den nächsten zu bauen. Und beim Kleben Dieser gerate ich fast in einen Zenzustand, wenn auch häufig fluchend ;-) … so kleine Kleberein sind nix für den Fuscher *lach* eher gern grosse Sauerein ;-)

Schraubenaufbewahrung

Ich berichtete ja, das ich etwas für meine CNC Fräse zu tun brauche – also hab ich mich an das Projekt Schraubenaufbewahrungsboxen gemacht. Dies brachte nicht nur Erfahrungen für das eigentliche CNC fräsen, sondern selbstverständlich auch im zugehörigen Worflow – insbesondere Design.

Ich hab die Gehäuse weiter mit makercase.com erstellt, bei boxes.py steckt einfach zu viel Nachbearbeitung drin um die „geschleiften Ecken“ raus zu bekommen. Zusätzlich zu den Boxen habe ich nun einen Träger aus einem makercase.com Design erstellt mit dem man bis zu sechs Normalboxen einfach zum werkeln transportieren kann. Das Ding hat einen klappbaren Henkel um ihn später auch in einer Schublade unterzubringen.

Die bisherige Boxensammlung inkl Träger.

Bei dem Design konnte ich gleich die ersten Taschen fräsen – Flächen, die innerhalb des Werkstücks auf bestimmte Tiefe ausgefräst werden. Die brauchte ich für die kleinen Scharniere – das geht sehr fein, selbst mit Rundungen an den Scharnieren – man muss es halt nur korrekt designen ;-). Leider ist die Z-Achse des Fuschers Fräse ja nicht Rechtwinklig zur Y Achse – so sind wirklich plane Fräsungen nicht möglich – doch für den Zweck langt es. Ich ärger mich trotzdem.

Die Mini. Auch zwei Millimeter breite Holzstege lassen sich fräsen – Teile für 6 Stück passen auf A2.

Einige Boxen sind auch schon gefertigt – die Teile designen und ausfräsen sind zwei Sachen, eine ganz andere Sache ist aber das Zusammenkleben der kleinen Dinger mit Fingerzinken … man man man … mit Geduld und Ruhe … genau das Richtige für mich *lach* ;-)

Die Fertigungsstraße ;)

Der Anblick entschädigt aber sehr für die Mühe. Ich freu mich schon auf den Endausbau. Ich denke ich werde zwei Schubladenauszüge mit solchen Boxen bestücken, was ungefähr 60-70 Stück entspricht. Warum ungefähr?

Ich habe bisher vier Größen erstellt, die zueinander im Zusammenstellen „kompatibel“ sind:

  • Mini – 10x5x3 cm
  • Klein – 10x10x3 cm
  • Normal – 10x10x6 cm
  • Gross – 10x15x6 cm

Eine Schublade wird dabei 9×4 Normalgrössen fassen, so dass der Schrank eine Aussengröße von 100x45cm haben wird. Der Schrank bekommt dann 5 Auszüge wobei zwei mit solch entnehmbaren Boxen bestückt werden. Eine weiter Schublade ist für Bohrer und Fräser reserviert. Die restlichen Beiden bekommen sicherlich feste Aufteilungen für Kleinteile die ich nicht so häufig benötige und auch nicht als Sammlung herumtragen muss.

Feines Entnahmegefühl ;-)

Beim heutigen Korpusbau für den passenden Schubladenschrank hatte ich gleich viel mehr Spass an der Entnahme der Schrauben aus der Box ;) – Sind einfach ein Augenschmauss mit der Laserbeschriftung. – hey gelesen?! Ich hab AUGENSCHMAUS produziert, ich als Fuscher! Jawoll! Ich bin jedenfalls mehr als sonst zufrieden mit mir und freue mich morgen die Schubladen in Angriff zu nehmen. Der Korpus steht fertig an Ort und Stelle.

9×4 Normalgrößen: Ein Schubladenauszug.

Die Datein für die Boxen reiche ich auf thingiverse.com nach, ich denke dieses Wochenende noch.