The ICE GUYs!

Ich spaziere so von der Toilette über den Steg des Mainzer Hafens und erhasche einen Blick auf die Eis Maschine, die im Clubraum steht.

Sofort denke ich an Anholt, hier tief im Süden von Deutrschland, ich weiss es es nicht ner tiefste Süden, jedoch schon ziemlich südlich wenn man bedenkt, das ich mit dem Boot hier bin. Anholt *erinner* … was ne Tour, man nannte uns die ICE GUYs from GERMANY ; -)

Julian und ich waren vor ein paar Jahren auf nem Segeltripp, nicht vergleichbar mit der Reise heute. Fast NonStop sind wir von Kiel nach Anholt gesegelt um da drei bis vier Tage auf einen Liegelatz am Steg zu warten. Wir machten an komischen Plätzen fest, auch unsere Eismaschine ; -).

Sie produzierte ab dem ersten tag frische Eiswürfel. Drauf stand: „FREE ICE. But no free ICE MACHINE!“ … tja sie stand da fast zwei Wochen, nie war das Wasser alle und immer gab es frische Eiswürfel. Ggf brachte dies uns den Namen ein ; -) … wer wer weiss ; -) …

Nun reise ich alleine. Endlich Ruhe, wie ich es immer wollte! Aber fast zu ruhig ; -) Mit Julian war es ähnlich ruhig, nur lauter! ; -) Das war ne gute Tour … auch wenn ich da immer die „Alle wollen Ihn, aber keiner mich“ Gedanken hatte, war es vielleicht gut so wie es war … die Aktion konzentrierte sich auf Julian und ich hatte dadurch Aktion! Er fuhr die Manöver wenn ich Angst hatte oder einfach nicht wollte und trieb mich voran!

Nun ist keiner mehr da, der mich voran treibt. Ausser
der Aussenborder ; -)

Aber es ist Ruhig. Sehr ruhig.

Und ich hab wieder ne offene Blase, oder ein Konglomerat von Blasen, untern rechten Fuss. Alles so wie ich immer wollte…

; -)

Mit dem Boot nach Regensburg.

Tja, die Hinreise habt ihr verpasst, denn ich war schon da und bin wieder auf der Rückreise, wie ich schon sagte war es sehr langweilig aber schön ruhig ; -)

Ich habe zwar dokumentiert aber so ganz genau weiss ich es nicht wie lange es gedauert hat, aber so ca 66 Tage werden es gewesen sein. So ganz klar ist das nicht, da der Starttag nicht klar ist. Klar weiss ich wann ich wo losgefahren bin, aber wer bestimmt, wo denn der Startpunkt war?!

Gekauft habe ich die Namenlose Jeanneau Merry Fisher 695 Ende Januar in Dänemark. Meine alte, ehrwürdige Beberich sank im Hafen von Schilksee bei der Jahrhundertflut im Oktober. Ein schreckliches Erlebnis … wobei das Gesamterlebnis dem Untergang der Beberich insgesamt weit überlegen war!

Ich beginne immer noch zu weinen wenn ich davon erzähle. Es war eine schrecklige Nacht der 21. Oktober 2023. Egal, weiter gehts. Die Versicherung zahlte und ende Januar 2024 stand ich nicht nur in Dänemark, sondern auch meinem Traum von einem flusstauglichen Boot ganz nahe.

Und so machte ich mich auf den Weg und die Binnenwasserstrassen von Deutschland. Die ersten Erfahrungen über die Ostsee waren wie erwartet eher mäßig, ich glaube ich verwendete in einer SMS an Mama auch schon mal die Worte „… so muss sich die Hölle anfühlen …“, denn es war im Februar noch kein gutes Wetter, auf dem Nordostsee Kanal erlebte ich 8 Windstärken und Welle ; -) … und naja, vielleicht war ich für die Verhältnisse noch zu schnell unterwegs. Die lieblos sprang unentwegt über jede Welle die sie finden konnte und der Aufschlag aufs Wasser war eine Tortur für meinen Körper. Andauernd Schläge bei denen ich dachte durchzubrechen. Das dass Boot das mitmacht wunderte mich auch, aber das Boot kann immer mehr ab als die Besatzung, das war schon auf der Beberich so, nur die schnitt die meiste Zeit durch die Wellen. Solch ein Aufschlagen war eher selten zu spüren, hier war es Alltag. Was war ich froh bald die Binnenkanäle zu spüren ; -)

Tatsächlich einer der Vorteile an Flüssen und Kanälen. Ich habe nun in ca. drei Monaten kein Wetter erlebt welches irgendeine Bedeutung für mich hatte ; -)

Aber es macht das ganze auch langweilig. Naja egal … ich war in Regensburg (siehe Foto) um mich mit Freunden zu treffen. Ca 1200 km die Flüsse bergauf .. immer gegen den Strom, am Anfang leere und geschlossene Häfen, am Ende auch sonniges Wetter und die ersten Bootfahrer … auch wenn sie mir heute noch suspekt sind, die Binnenfahrer, die nur Land um sich herum haben und trotzdem auf einem Boot sitzen wollen ; -)

Die Fahrt war ausnahmslos langweilig: man sitzt hinter dem Steuer und fährt. Es ist mehr wie Autofahren als Segeln ; -) Das Wohnmobil auf dem Wasser ; -)

Naja, das langweiligste ist wahrscheinlich das alleine sein. Das ist aber (man muss ja auch mal ehrlich zu sich selbst sein ;) das gute an der Sache! Ich bin hier allein und doch gewissermassen nicht ganz abgeschottet von Menschen … es ist wie auf einem Pilgerpfad.

Tausendzweihundert Kilometer bin ich also die Flüsse hinauf und in Regensburg gelandet. Ca. 80 Schleusen auf diesem Weg durchquert, zweimal im Kanal ne Spundend mitgenommen da nicht konzentriert gefahren und einmal Grundberührung im Kanal und zwei Kontrollen durch die Wasserschutzpolizei.

Und das spannenste 30km vor Regensburg : Fast ne Rettungsaktion einer schwimmenden Bank …

Ok, war lange nichts los…

Drei Jahre hab ich still gehalten, ziemlich sicher ist, dass ich Depressiv war, wer weiss das schon genau. Jedoch ist viel passiert: Sarah lebt nun drüben auf der anderen Strassenseite, die Beberich ist untergegangen und ich habe „aufgegeben“.

Mir ist die Lust vergangen, von vor dem Untergang der Beberich und dem Weggang von Sarah … ist das ggf so, wenn man älter wird? Steht lieblos jetzt nicht nur an meinem neuen Boot und steht nur noch für das Wort?! Ich hoffe nicht, ich hoffe auch bei mir ist irgendwo noch das „bt Euch“ enthalten…

Eines ist jedenfalls klar: Mir ist so ziemlich alles egal geworden. Auf der einen Seite ganz nett, denn die Arbeit nervt nicht mehr so doll ; -) … auf der anderen (meiner) Seite, ziemlich doof, denn das Leben ist schön, doch es interessiert mich nicht.

Aber eines hält noch, wie es immer zählte: Bindet Euch an den Moment!

Und so soll es hier weitergehen. Ich habe gerade viele Momente an denen ich mich Binden kann, auch wenn sie Grotten langweilig und gleichzeitig das wahrscheinlich größte Abenteuer sind, welches ich bisher erlebt habe.

Es kommt mir komisch vor die Extrovertiertheit von Früher auszuleben, hier und jetzt, doch irgendwie sollte ich wohl … obwohl nix zum Extrovertierten da ist ; -)

lieblos.de ist mein Lebendsdokumentationsprojekt. lieblos ist mein neues Boot. lieblos ist mein Leben? Das kann wohl sein, jedoch habe ich die Ruhe gefunden die ich so lange suchte, auf und mit der lieblos: Sie ist kleiner als die Beberich, sie ist ein Motorboot, sie ist lieblos aber unheimlich praktisch! Und ich bin unterwegs … davon werde ich berichten! Und im Winter hole ich dann die Beschreibung des Budenbaus nach … das Ding steht ja nun auch drei Jahre in meinem Garten ; -)

Fuschstübchen: Schwarze Tage

Die nächsten Schritte waren wie Kaffe: Schwarz, heiss und lecker … ähh ne, nich lecker, sondern eher Kle(b)kram : )

Der untere Teil des Fuschstübchens soll mit einer sog. Schwarzen Wanne abgedichtet werden. Und das nicht nur bezüglich Wasser von aussen, sondern auch Feuchtigkeit von innen. Aus diesem Grund sollen beide Seiten der Schalungssteine und auch die Bodenplatte mit Bitumenbahnen versiegelt werden.

Von aussen schwarz: Bitumenvoranstrich.

Dafür muss zuerst ein Bitumenvoranstrich drauf. Man kann sich ja drüber streiten ob man beim Streichen eines Unterwasseranstrichs aussehen muss, wie ich es immer tue. Doch bei einer solchen Arbeit hier an den Steinen sollte EIGENTLICH mehr Farbe an die Steine kommen als auf mich. Tja, ich demaskiere auch diese Annahme: Einen Liter für die Steine und Zwei für mich : – )

Aussen selbstklebende Bitumenbahn verlegt. Wichtig: Immer schön anrollen.

Nach Tagen schwarzer Beine – weil ich muss ja kurze Hose tragen : ) – fand ich mein Mittelchen: Orangenöl. Damit kriegt man entspannt Bitumen von der Haut. Leider merkte ich das erst nachdem mich min Froo bat den schwarzen Fleck von meiner Nase zu entfernen. Naja, da nutze ich noch ein Messer, … und so sieht die Nase jetzt auch aus. Fleck ist nicht mehr schwarz, sondern Rot vom Blut.

Komplett Schwarz, nicht nur ich.

Nach dem Voranstrich aussen selbstklebende Bitumenbahnen verlegt. Man ist das backig! Zwei oder Dreimal war es kur davor, das mich der Meister aus ner Bitumenbahn rausschneiden musste. Denn irgendwie schaffte ich es immer wieder mit einem Körperteil zwischen Bahn und Schalungssteinen zu sein und kam nicht wieder los von der Bahn. Man muss sagen: Das klebt echt gut :-)

Regenwürmer heissen wohl Regenwürmer, weil sie mit dem Regen vom Himmel fallen. Über 40 Stück waren nach einer Nacht Regen im „Schwimmbad“.

In den nächsten Schritten kamen dann Voranstrich für innen und eben Bitumenbahnen für dort dran. Natürlich nicht ohne Regenguss zwischendurch, so dass ich mein Schwimmbad erstmal 2,5h trockenlegen musste. Klar haben wir dran Gedacht ein Abflussrohr für den Fall einzubauen, dennoch bringt das erst was, wenn wirklich VIEL Wasser drin ist. Und ein knapper Kubikmeter auf 40qm ist halt nicht sehr viel in der Höhe.

Einmal trockenlegen bitte.

Also musste ich viel mit Besen und auch Nassauger arbeiten. Pünktlich zu den Bitumenarbeiten und dem nächsten Regen hatte ich die Bodenplatte trocken gelegt – grrrr – teilweise wollten wir schon abbrechen, jedoch wurde es dann etwas weniger und ich hab mit dem Nasssauger direkt vorm verschweissen noch mal trocken gesaugt : – )

Der Meister spielt mit dem Feuer.

Ich gloob ja, die Werkstatt wurde nun in der Bauphase mehr gefegt, gesaugt und gewischt als sie es je im Betrieb stattfinden wird : )

Bodenplatte mit 3,5mm Bitumenbahnen fertig verschweisst.

Da bei dem nassen Wetter die Selbsklebebahnen für die Innenseite der Schalungssteine nicht gut kleben, haben wir den Teil abgebrochen und die Fugen am Rand erstmal mit Brunnenschaum gedichtet. Wir wollen vermeiden, das da Wasser zwischen Schalungsstein und Bodenplattenbitumenbahn rinnt.

War auch notwendig. Zur Zeit sieht es nämlich gerade so aus:

Lieber Schwimmbad anstatt Holzwerkstatt?

Fuschstübchen: Platz für Material

Ich erwähnte ja das Ding mit dem Plan und was man später bekommt. Das Projekt ist eben nicht fertig, wenn man den Plan abgeschlossen hat – irgendetwas läuft anders. Z.B wird Material falsch oder zur falschen Zeit geliefert. Da kann man planen was man will. Ein wenig Dynamik ist normal und so gehört es auch dazu, das man Material manchmal zwischenlagern muss.

Plötzlich steht der Balkontürlieferant vor der Tür und Bitumenbahnen gab es auch plötzlich :)

Bei nem Paket Schrauben ist das ja nicht so wild, bei einem Projekt wie dem Fuschstübchen kann das aber teilweise etwas mehr werden – dennoch: besser zu früh als zu spät, … die Holzlieferung ziert sich ja noch etwas : (

Plötzlich Kiess.

Der Kiess zierte sich dagegen nicht. Ich war ja irgendwie drauf vorbereitet – eben weil ich ja immer nervös bin. Drum hatte ich auch kurz nach der Bestellung der Kiessladung eine Abladestelle vorbereitet. Doch war ich echt geistig nicht drauf vorbereitet, dass das Zeug so schnell kommt.

Datt muss da irgendwann mit Schubkarre alles wieder weg, …puh.

Zack, haste 6,5to Kiess vor der Haustür … und auf der Strasse : )

Fuschstübchen: Schalungssteine

Endlich geht es in die Höhe! Zwei reihen Schalungssteine sollen auf die Bodenplatte / Fundament und darauf wird es den Holzaufbau geben. Die Bodenplatte steht ja etwas unter Rasenkannte und die Steine sind einfach besser unter der Erde als Holz.

Eineinhalb Paletten Schalungssteine a 50x20x11,5cm. Die sollten eigentlich 25cm hoch sein, sind sie aber nicht. Is wieder so ne Sache, die ich gelernt habe: Du kannst schon nen Plan machen, aber Du kriegst, was Du am Ende kriegst : )

Material für den Meister bereitgestellt.

Macht nix, auch 40cm reichen aus dem Erdreich und drum wird der Holzaufbau einfach 10cm mehr. Wer hatte eigentlich die Idee in der Holzkriese nen Holzgartenhaus zu bauen? Bitte in mein Büro : – )

Der Meister Mauert. Für mich bleiben „Zulieferungsleistungen“ : )

Der Meister, der gar kein Meister in Betonbau ist, meinte das dauert etwas Länger mit dem Mauern. Die erste Reihe wird auf die Bodenplatte / Fundament richtig gemauert, die zweite Reihe nur draufgestellt und dann wird das Ganze mit Beton ausgefüllt. Wir brauchten aber nur knapp fünf Stunden um die Steine zu stellen und schon etwas auszufüllen. Das ging so ziemlich Ratzfatz.

Natürlich gab es auch etwas Fuscherei. Beim Zuschneiden der Steine für die Ecken versaute ich zwei Stück. Die Dinger sind echt Bruchempfindlich. Immer schön vorsichtig sein! Am Ende konnten aber auch die Bruchsteine gut verwendet werden. Der Rest fand sich später in unserer Schuttpflanzecke wieder. Da kommt immer hin, was irgendwie irgendwo hin muss. Da rankt sich der Efeu und andere Pflanzen, da rottet das Holz vor sich her und macht das Ganze somit zur grössten Insektenhotelanlage der Stadt : )

Nicht vergessen: Bewehrung in jede Steinreihe.

Das restliche Auffüllen der Schalungssteine kam etwas später. Die Planung war Fertigbeton aus dem Werk hier in der Nähe zu holen, aber wir hatten noch Zementsäcke von einem anderen Projekt und so mischten wir kurzerhand selber an. So ungefähr ein Dreiviertelkubikmeter versank in den Schalungssteinen. Wichtig dabei: Schön mit nem Spaten oder anderem Werkzeug verdichten / rödeln, so das der Beton auch überall hinläuft. Insbesondere bei den diesen dünnen Steinen, die nur einen ca. 6cm breiten Spalt zum füllen haben ist das wichtig.

Beim Auffüllen, man sieht, der Beton sackt etwas nach. Türen kommen auf Höhe der ersten Schalungssteinreihe, drum teilweise nur eine Reihe hoch.

Am Ende wurden die Steine noch mit einem Brett und Beton „abgezogen“. So hatten wir eine schöne Oberfläche um im nächsten Schritt Bitumenbahnen zu verlegen / verkleben.

Fertig „abgezogen“, stolz wie bolle: Es geht nach oben!

Wir hatten ein kleinwenig zu viel Beton angemischt. Da er irgenwo hin musste baute ich kurzerhand einen Betonkübel. Einfach zwei Kunsstofftöpfe ineinander, dazwischen beton einfüllen und den kleineren Topf innen ordentlich beschweren. Ansonsten schwimmt der nämlich auf im Beton.

Betonkübel mit harter Kante : )

Nach einem Tag ausschalen und fertig is. Man sieht, der Beton war wirklich nicht viel. Für eine glatte Kübelkante konnte ich nicht genug zusammenkratzen. Is aber egal, das Ding is besser als irgend ein hart gewordenes Betonhäufchen. :)

Fuschstübchen: Unsichtbar schöne Dinge.

Einen Tag nach dem Betongiessen ging es ans Ausschalen, tatsächlich war der beton schon Begehbar. Der schön reingeschaufelte Sand um den Schalungsbrettern Halt zu geben musste wieder raus. Na tolle Wurst, was ein Hin- und Hergeschaufel. Erst rein, dann raus, und später darf er wieder rein ; – )

Egal, Schritt für Schritt Tief stechen und weit schmeissen : )

Nicht nur Sand schüppen, sondern auch Ball schmeissen. Dafür in der Pause noch was von den leckeren Broten abgeben. Kuddel überwacht alles. Immer.

Als das getan war ging es ans Ausschalen: Schrauben versuchen rauszudrehen oder gleich mit Manneskraft einfach von einer Seite alle Pflöcke einer Seite aus der Erde ziehen. Am Ende hatte ich alle Schalungsbretter raus, wenn manche auch noch verbunden waren : ) Restliche Schraubenbeseitigung gab es als die Bretter vernünftig ausserhalb der Grube lagen.

Ausgeschalt. Ne quasi harte Platte.

Dann kam der Meister und sagte, dass die unter den Schalungsbrettern entstandenen Betonkanten (Der Beton stand auf Höhe der Unterseite der Schalungsbretter teilweise 3-5cm vor) abgehauen werden müssen.

Was der Meister sagt wird getan. Als wir schweisstreiben fast fertig waren traute ich mich zu fragen: „Du Meister, wofür isn dass, das wir das abhauen?“. „Das sieht besser aus.“ sagte er *lach* ; – ) Kurz darauf, an einer engen Stelle an der ein altes KG Rohr nahe an der Betonplatte liegt, will ich die Betonkante dort abstechen. Der Meister so: „Da brauchste nicht, sieht da ja eh keiner“. „Ne, is klar Meister, da hinten 50cm unter der Erde, da kann das natürlich einer sehen, da war das schon wichtig – aber hier nicht, oder wie?“ *lach* Ich hab keine Ahnung warum er uns das abschlagen lassen hat (er hat ja auch!) aber es is wohl echt nur, damit wir beide wissen was für ne schöne Bodenplattenkannte da unter der Erde liegt : – )

Ich freu mich schon auf die Jahre, in denen ich im Fuschstübchen sitze und mir denke wie schön wir doch im Schweisse unseres Angesichtes die Bodenplatte schön gerade abgekloppt haben. Soooo schön : – )

Egal, mir schadet das mal schwerer Arbeiten eh nicht : – ) Anstrengender Tag für schöne Dinge, die man später nicht sieht. Watt bin ich happy, das da jetzt ne fast feste Bodenplatte liegt. Nu warten wir auf Schalungssteine …

Fuschstübchen: Betons, ne?!

Der grosse Betontag. Für mich war bis ca 15 Uhr Nervosität angesagt, denn da sollte die Pampe kommen. Eine Stunde früher als geplant standen dann plötzlich zwei Betonwagen vor der Tür aber der Pumpenwagen fehlte noch. Nach etwas hin und her stand aber auch der vor der Tür.

Der Pumpenwagenfahrer ahnte schon, das sein 36 Meter Ausleger nicht bis ganz Hinten reichen würde, aber einfach kann ja auch jeder und der Schlaucharm wurde ausgefahren. Der erste Betonwagen fuhr sogleich ans Heck und der Beton floss.

Betonwagen Eins um Pumpenwagen vor der Tür.

Und er hatte recht, der Schlauch langte nicht bis zum Ende des Fundaments aber der Meister bekam es trotzdem hin. Überall landete genügend von der Masse und nach einer Stunde waren 9 Kubikmeter durch den Pumpenwagen im Fundament und in der Bodenplatte gelandet.

Von der Strasse übers Carport und den alten Werkraum bis hinten in den Garten.

Danach noch glattziehen und fertig für heute. Was bin ich froh, das wir uns für die Pumpenvariante entschieden haben. Per Schubkarre hätte ich das nicht so gerne nach hinten verholen wollen, insbesondere nicht bei dem Betonwetter, welches herrschte. Leicht bis kräftiger regen, pünktlich als der Pumpenwagen vor Ort war : – )

Schönes Ding. Die werdende Grundlage fürs Fuschstübchen.

Fuschstübchen: Schalungsarbeiten

Die Arbeit geht weiter und unter der Anleitung des Nachbarszimmermanns ging es ans Einschalen der Fundamentplatte. Obwohl wenn ich ehrlich bin, ich hab quasi nur wie ein kleiner Junge daneben gestanden. Manchmal durfte ich auch den Hammer schwingen, nen Kaffee besorgen oder mal nen Brett sägen, aber ansonsten hat der Meister das quasi alleine gemacht. Ging so wahrscheinlich auch schneller : – )

War für mich ja das erste Mal, hab wieder viel gelernt. Papa sagte so etwas wie: „Das macht der auch nicht zum ersten Mal, nich wahr!?“ Jau, das Ein oder Andere Mal hat der Meister das sicherlich schon gemacht : – )

Eingeschalt, Sand abgezogen, Streifen ausgehoben und Noppenfolie verlegt. 8,9m x 5,2m.

Irgendwer hat dann mit einem der Stützpflöcke für die Schalung die Wasserleitung zur Schiffsbrücke getroffen. Nach dem ersten Schreck das Beste was uns passieren konnte! Ich hatte ja schon Mal überlegt die schon ins Leere laufende Wasserleitung zu suchen um sie für die Werkstatt zu nutzen, hatte mich jedoch dagegen entscheiden und wollte das kurze Stück vom Haus ne Neue legen. Dachte das Suchen dauert einfach zu lange.

Leck geflickt. Wie immer gut gefuscht : – )

Tja, unter der Leitung für die Schiffsbrücke liegt die noch nicht verwendete Leitung! Doch kein 80cm tiefes Aufbuddeln bis zum Haus, sondern nur Elektrokabeltiefe. Nachdem ich die Wasserleitung mit einer Muffe repariert hatte wurde die Leerleitung einfach Abgeschnitten und mit einem etwas grösserem Loch „In die Betonplatte“ gezogen. Nun liegt sie quasi schon in der Werkstatt, ist im Haus auch schon fast komplett angeschlossen und das zuvor gesetze KG-Leerrohr um die Leitung nach dem Beton ins Haus zu ziehen bleibt nun bestehen aber vorerst Leer. Wer weiss was mir da irgendwann noch einfällt.

Zusätzlich zum WasserleerKGrohr : ) gibt es auf der vorderen Seite noch ein Leerrohr für Strom und Netzwerk. Beide habe ich mit einer kleinen Bretthaltekonstruktion versehen, weil sie genau im ausgeschachteten Streifenfundament stehen – und so in der Luft halten die Rohre sonst schlecht ihre Position. Is quasi des Fuschers Lufthaken. Siemens baut die ja leider nicht mehr : )

Blauschwarz ist Wasser Zuleitung. Die beiden KG-Rohre Leerrohre.

Abwasserrohre kommen später über Fundamentniveau in die erste Steinreihe, damit wir sie an das Regenwasserrohr anschliessen können. Im Fundament würden sie zu tief liegen. Sie liegen später trotzdem unter dem Fussboden, da die Bodenplatte von innen ca 18cm gedämmt wird bevor der spätere Fussboden kommt. Da verschwinden dann später auch die Spähneabsaugrohre.

Morgen kommt Betons, ne? Joouu, kümmt.

Fuschstübchen: PreBeton

Bevor der Beton (Betons, …ne) kommt sind noch ein paar Kleinigkeiten zu tun. Wir fanden beim Ausheben der Grube ja das Regenwasserrohr vom Hausdach. Es lag am Rand der Grube aber immer noch genau im späteren Fundament. Datt wollte ich nicht und so legte ich das Rohr noch etwas weiter zur Grundstücksgrenze und versorgte die Regenabwasserleitung gleich mit zwei zusätzlichen Y-Stücken um auch die Regenrinne der Werkstatt dort später anschliessen zu können.

Gut 14 Meter Regenabwasserrohr rücken etwas nach links.

Da dieses Rohr mit etwas Gefälle keinen Pumpenschacht benötigt um am Graben anzukommen legte ich es um den Pumpenschacht herum. Tut ja nicht not, dass das Regenwasser auch immer von der Pumpe in den Graben gepumpt wird. Reicht ja, wenn die Pumpe das für das Drainagenwasser machen muss – die liegt nämlich zu tief und müsste ohne Pumpenschacht bergauf zum Graben laufen : – )

Läuft alles am Schacht vorbei. Klinkt komisch? Ist aber so.

Für die Verohrung musste ich nur ein paar Kleinteile (Muffen, Y-Stücke) koofen, alles andere hatte ich auf Lager, inkl dem alten Rohr, welches ich natürlich wiederverwendet habe. Tatsächlich kann man die KG Rohre schön mit einem Fuchschwanz sägen. Geht zwar auch etwas lauter mit dem Winkelschleifer. Aber es geht nix über nen super geraden Schnitt mit der Handsäge.

Immer mit dem Rohrarsch an der Wand lang. Dann klappts auch mit dem Fundament.
Brunnenschachtbetonmatschefussboden.

Des Weiteren versorgte ich den Brunneschacht mit etwas Beton. Ich kleisterte nicht nur die Ringe etwas zusammen, sondern matschte mir auch einen Brunnenschachtboden zu recht. Schon mal jemand in einem Brunnenschacht auf den Stufen gestanden und hat versucht so eng und über Kopf Beton etwas grade abzuziehen? : – ) Naja, ich habe es geschafft und tatsächlich ist meine Matschepampe auch hart geworden.

Ich hab ja versucht sämtliches Wasser aus der Grube zu Pumpen, aber 100% ging das nicht. Also hab ich nen Sack Fertigbeton einfach in die Matsche geschmissen und etwas gerührt : ) Ist sicherlich nicht so fest um nen Haus drauf zu bauen, aber um ne Pumpe draufzustellen, die nicht immer im Matsch versinken soll, reicht es allemal. Und mich hält sie auch : )

Am Ende des Tages schüttete ich schon mal um den Schachtring etwas auf. Zum Graben hin kann schon fast wieder Rasen gesäht werden. Kuddel scheint zu frieden.

Kuddel prüfte sogleich mit seinem zertifzierten Tennisball die Abrolleigenschaft zum Graben. Test bestanden-