Mein neues Spielzeug.

Schon lange (Jahre) überlege ich ja ein neues Spielzeug zu kaufen. Ich schwankte zwischen Säge, CNC oder 3D Drucker. Irgendetwas womit ich mich abseits des Bisherigen beschäftigen kann und ggf. für irgendwas spassiges nutzen kann. Ich entscheid mich in einer etwas kurzfristigen Aktion für einen 3D Drucker. Auf bekannter Versteigerungsplattform gab es ein Modell, welches ins Auge gefasst hatte und ich schlug zu.

In der ersten Januarwoche kam dann der drei Tage alte Creality CR-10S inkl zwei Rollen Material zum Drucken (Filament) und ich legte los. Der Zusammenbau ging schnell. Fluchs die Druckplatte eingestellt, ein Modell im Netz gesucht und ausgedruckt. Wie damals beim ersten Grafikdrucker sass ich davor und schaute faszinierd zu, wie das Teil Schicht um Schicht aufträgt und am Ende ein hartes Plastikteil auf dem Druckteller liegt. Die ersten teile gingen gleich in den Drucker selbst – so wie es sich wohl gehört ;). Schnell die nervenden Lüfter des Steuerungsgerätes gegen leisere und größere Lüfter getauscht und dafür die benötigten Teile ausgedruckt.

Ein paar Tage drucke ich Modelle aus dem Netz, suchte Einstellungen um den Druck zu verbessern und suchte nach „meinem“ 3D Programm welches ich benutzen möchte um eigene Modelle zu gestallten. Viele CAD Programme habe ich probiert, viel Cloudscheiss und hab vieles wieder verworfen und nach zwei neuen Programmen wieder angefangen. Mein Hirn lief wirklich heiss – da ein neues 3D Programm, hier mit einem Anderen rumprobiert und doch wiede beim Komplexesten gelandet: Blender. Gemacht um Animationen für Filme zu produzieren, nicht um kleine Gehäuse zu gestallten, was ich wohl als häufigen Einsatzzeck habe. Aber egal, das gefällt mir und wer weiss – wenn ich schon mit 3D anfange, wer weiss was dabei rauskommt – Min Froo warf mir schon den Zaunpfahl bez. Keramik-3D-Druckern rüber ;-)

Nun war es am WE endlich geschafft: Mein erstes kontrollieres Gehäuse für den Druckersteuerungsrechner (Octopi) war modeliert und ich konnte Drucken was ich gestaltet habe. Klar, es war noch nicht perfekt, doch ich war sehr zufrieden: Mit etwas feilen passten alle Bauteile rein und Ideen zum einfachen Festklicken der Bauteile ohne Schrauben funktionierten. Mit der Erfahrung machte ich mich gleich an version zwei des Gehäuses ;) – Dies hat nun dünnere Wände (auf dem Ersten hätte wohl ein Auto parken können ;-), eine fehlende Öffnung wurde verlegt und Gehäuseboden und Deckel haben nun einen anderen Schnitt, damit man den Einplatinenrechner (Raspberry Pi 3b) besser einlegen kann.

Endlich kann ich meine kleinen Elektobastelein auch in ein Gehäuse stecken, so wie ich es will. Grandios! Denn erst jetzt fange ich Dinge an, weil ich weiss wie ich sie „verpacken“ kann. Was nützt ein Sensor an Bord, der irgendwie lose rumbaumelt: Nuex. Jetzt kann ich kleine Gehäuse modelieren und wieder etwas spielen. Und darum geht es ja im Leben: Spielen. Will ich ja auch nur.

Aus diesem Grund ist meine „ErwachsenenLegoEcke“ diesen Winter wieder stark angestiegen. Bastelmaterial noch und nöcher und in China gibt es immer noch etwas zu kaufen – auch faszinierend, der Postbote hat das Gefühl, dass müsste nun alles hier sein ;-)

[UPDATE] Das schöne ist ja, dass – wenn man es denn gerallt hat – später tatsächlich existierene Produkte so gestallten kann, wie man möchte und die eigene Erfahrung hergibt. Kurz nachdem ich das Gehäuse zwei fertig hatte fiel mir noch ein Detail auf: Wahrscheinlich ist es einfacher, wenn man den Einplatinencomputer einfach „reinlegen“ kann und auch die kleine USB Buchse nicht durch das Gehäuseloch fieseln muss – dazu ist es für den Drucker einfacher zu handeln, wenn er eine Schicht nicht plötzlich in der Luft drucken muss ;) – Drum wird der Deckel später auch auf dem Kopf gedruckt, das macht es einfacher.

Ich find es einfach klasse die volle Produktkette under den Fittichen zu haben. Man kann halt wie beim Lego aus eigener Phantasie etwas schaffen – wenns dann fertig ist wird es ganz schnell uninteressant, nur die Bauphase ist wirklich spannend – so, wie das eben beim Spielen ist.

lieblos.de – Sinn Erfüllt!

An einem der Punkte, an denen ich mal wieder soweit war lieblos.de dicht zu machen, sagte ich zu mir: „Denk dran, das ist immer ne Seite für Exilbremerhavener gewesen, wenn nur Einer irgendwann durch lieblos.de seinen Kontakt zu jemandem in Bremerhaven halten kann, ist alles fein – und dazu muss wenigstends die Domain online bleiben. irgendwann wird sich jemand an lieblos.de erinnern und versuchen darüber Kontakt zu jemandem aus Bremerhaven zu bekommen.“

So, das ist passiert. Fein, hier gibt es nix zu sehen – weitergehen ;-)

WOW! Tatsächlich. „Ich konnte mich noch an lieblos.de erinnern, hast Du noch nen Kontakt zu B aus B“ – Klar hab ich, und der hat auch ne Mailadresse bei lieblos ;). Also es funktioniert, zumindest irgendwer hat sich erinnert und ggf. ist da noch wer draussen. Wir sind bereit, wir warten hier.

Ahoi. Sven.

Brücke E07: Sven gegen Beton.

Verdammte Hacke. Wer hat Beton erfunden – was für ein Sadist war das?

Ja, am Ende war alles gut – Es kommt Wasser in das Rohr der Regenrinne an der Brücke …Und hinten im Wasserschacht der Klärgrube kommt das Wasser raus.

Klingt einfach – ist es aber nicht. Wenn es Herausforderungen dieses Jahr gab, dann war dies die Königsherausforderung! Diverse Zentimeter Beton durchbohren, so dass ein Abwasserrohr durchpasst. Das in ca einem Meter Tiefe aus einem ca 35cm breiten Schlammschacht oder direkt aus der Wassergrube mit durchlöcherten Gummistiefen.

Mein eigenes Watt im Garten, was nicht nur alle 6 Stunden von Hochwasser überschwämmt wird, sondern fast jede Stunde wenn es denn mal wieder einen Erdrutsch gibt.

Dazwischen der Sven, mit mächtigem und elektrischen Werzeug – ein Versuch war mit einem Kernbohrgerät von über einem Meter länge (Maschine plus Bohrer). Am Wasser mit Strom, das ist ja mein Hobby – und wenn es dann noch schweisstreibend ist und viele Versuche über diverse Tage & Wochen scheitern, dann ist das ja etwas für den Sven. Den Fuscher vor dem Herrn, dem Mann der liebend gerne harte Arbeit ,die mit Handwerk zu tun hat ,macht. Man was fürn DrecksMistOberKack. Unvermögen trifft Ahnungslosigkeit, kaputt gehende Bohrmaschine, verklemmende Bohrer und einen rasenden Sven.

Aber am Ende gewinnt immer der Sven, da gibt es keine Änderung des Lebens. Der Beton weicht durch viel Ausdauer und einem kleinen Bohrer, ca hundert Bohrlöchern und diversen Meisselschägen. Ich lass mich doch von einem Betonschacht nicht länger als 8 Wochen verarschen. Ich nicht, mit mir nicht. Ich hab gewonnen, das Wasser fliesst – kannste machen was Du willst lieber Betonschacht. Und nein, Freunde werden Mister Beton und ich nicht, nicht mehr dieses Leben – da geh ich lieber nervig Arbeiten und hau die Kohle für einen Handwerker raus, den ich nicht mag.

Beton Null – Sven Eins.
Ha!

Brücke E06: Fliessend Abwasser

Im Januar hatte ich ja die garndiose Idee mal eben schnell an einem Wochenende die notwendigen Kabel und Rohre für die Brücke und unsere geplante Bude im Garten zu verlegen. Damals gesagt und getan: Dank der Hilfe von M aus D und den leiben Eltern rockten wir dann auch über 60 Meter mit einem Meter Tiefe. Der ganze Garten wurde mit dem Minibacker und Spaten zerlegt. Auch der Schneeregen konnte uns da nicht aufhalten und pünklich vor dem großen Frost waren wir durch.

Ich wollte das unbedingt vor dem Frühjahr fertig haben, denn da sollte nicht nur die Brücke kommen, sondern ich wollte auch nicht den ganzen Sommer ein Chaosgarten haben – es sollte alles schön im Frühjahr wieder verwachen können – und das ging auch gut auf.

Nur den „letzten Meter“, den hatten wir gelassen. Ca 5 Meter mussten noch per Hand gegraben werden und führen unter bestehende Betoneinfassungen, über verlegte Abwasserrohre und um die Kläranlage herum. Was ein Teststechen und Wasserweg anpassen – wenn dieses Abwasserrohr irgendwann mal wieder ausgegraben wird – die werden den Verleger für bekloppt erklären – bin ich ja auch ;-)

So verbrachte ich einige Tage immer zwischen dem Entkernen und Neuaufbauen mit den Aussenarbeiten. Rohr verlegen, Fluchen, zurechtrütteln, noch ne Ecke mehr ausgraben, Rohrbogen anpassen, Flutschi verbrauchen und diverse Verbindungsstücke für die Wasserzuleitung verhaspeln.

Am Ende hatte ich es dann aber geschafft. Der erste Teil der letzten Meter war verlegt und die Brücke angeschlossen. Noch zwei Tage kurz nen Durchbruch durch den Boden der Brücke veranstallten, die Zuleitung isolieren und mit Heizkabel versorgen und schon konnte Wasser ins Rohr laufen…

… nur konnte es noch nirgends raus, der letzte Zentimeter an die Kläranlage fehlte noch: Sven und der Beton – Eine Kampfansage.

 

Brücke E05: Boden & Wände ausmisten.

Mit der Romantik war es nicht lange. Die Brücke musste hergerichtet werden damit drin gearbeitet werden kann und so machte ich mich daran die ein oder andere Ecke auszubessern. „Wir lassen das quasi so, wie es ist, wir bessern nur ein Bisschen aus“ war die Abstimmung zwischen Frau und Mann.

Das kam mir sehr entgegen, denn ich wollte nicht so viel Zeit mit der Brücke vertrödeln. Das Ding sollte ja ursprünglich Gartenbude werden – und im aktuellen Zustand konnte Man(n) schon ganz gut Bier drin trinken – das Ausfegen langte völlig.

Doch ein Bischen musste ich machen. Da soll ja die Froo rein, und die kann Feucht bis Schimmel nicht gut vertragen. Also ein paar Ecken mussten neu.

Doch jede Ecke die ich anschaute passte mir nicht. In jeder Ecke fand ich wieder ein paar Zentimeter die ich mehr aufriss um es genau anzuschauen. Die Feuchtigkeit war über die Jahre von Unten nach oben gekrochen. Hinter der  feuchten verblendung, fand sich feuchte Verkleidung und darunter feuchte Isolierung und darunter an manchen Stellen gar nichts mehr – obwohl da Alugestell sein sollte! Die Kraft der Natur und der Zahn der Zeit hatten ganze Arbeit geleistet

Das Alugestell hatte sich in Grossteilen tatsächlich in eine Art voluminöses Salzkristall verwandelt – darum auch die Ausbeulungen draussen.  Irgendwann fand ich mich dabei wieder nicht nur die Möbel rausgerissen zu haben (die drin bleiben sollten) sondern eben auch fast alle Wände entkernt (bis auf die wirklich total unzugänglichen Stellen) zu haben.

Der alte Fussboden war bis auf die noch gut erhaltenen Bodendielen raus. Ich kaufte nue Isolierung, neue Verblendung, neue Verkleidung und riss auch gleich sämtliche Elektroverkabelung von geschätzten drei generationen raus und machte alles neu.

Ca zwei Wochen fulltime Trockenbau, wie man das so schön nennt ;) Ich kämpfte mich durch verrottetes Holz, die besagten Salzkrusten und ganz viel Dämmwolle die mir ein vergnügliches Schlaferlebnis – auch nach ausgibigem Duschen – bereitete.

An manchen Ecken machte ich dann riegoros klar Schiff und wendete auch mal Gewallt an. Der Durchbruch durch die Brücke war mit einem Metallschacht versehen, der aber  bisher vor der Wandverkleidung herauskam – kabel kamen aus dem Boden und ein paar verschwanden auch wieder in der Wand. Wenn ich schon dabei bin: Kabel bleiben zukünftig in der Wand – der Metallkanal musste weg!

Was eine Rackerei und hoffentlich hat es was gebracht und die folgenden Arbeiten halten auch – denn nach dem Rohbau folgte der Neuaufbau …

Reh tot, Kraftfahrer Verletzt.

Ich mag es sehr, wenn wenig geredet wird und dabei viel gesagt. Entgegen der hier manchmal sehr ausschweifenden Erklaerungen muss es im richtigen Leben ja straff und effizient vorgehen. Vier Worte und vier Informationen sind da schon Koenigsklasse – manch einen Arbeitstag habe ich 12 Stunden Reden und vielleicht 2 Worte etwas Sagen : – (

Da wo ich wohne ist halt selbst die Presse auf meiner Seite – obige Uberschrift gab es am 10. April 2017 in den Cuxhavener Nachrichten (zumindest in ihrer Online-Version), schoen mit einem rausgekramten Archivfoto als Titelbild: Abgebildet war ein junges & totes Reh in Nahaufnahme.

Ist das etwas besonderes? Hmm, vielliecht nein, weil man sich das schreiben des darunter stehenden Artikels & das Archivfoto auch haette sparen koennen. Da fing naemlich das Reden und nichts mehr Sagen an … also, ist die Presse ggf. doch nicht auf meiner Seite? ; – ) Egal, kuemmern wir uns lieber um die Eier, denn die sind wichtig!

Nein, nicht, weil Ostern ist und ich ja eher an nen Eier bringenden Hasen glaube, als an diesen langhaarigen Jupp, sondern weil es da dieser Tage noch eine Meldung gab die mich beruehrt hat: „Geboren 1899, Gestorben 2017“.

Wow, wieder vier Informationen in vier Worten. Das ist ne Ecke gelebte Zeit, selbst wenn es sich um ne Schildkroete handeln sollte. Es geht aber um eine Dame aus Italien, die ihre Langlebigkeit mit dem Essen von zwei Eiern taeglich begruendete. Ha! Erstens: Im Artikel fanden sich somit noch zusaetzulich relevante Informationen und doppel-ha! Da werd ich dann ja in die gleiche Altersriege reinleben, denn Eier sind wie Hu(b/p)raum & Zwiebeln: Kann man nur duch mehr vom Selbigen ersetzen.

Nun bin ich verunsichert, denn ein langes Leben besch(w)ert ja auch langen Kontakt mit den Menschen da draussen – mach ich es lieber wie das Reh oder wie Emma Morano. Mehr Eier oder mehr Spaziergaenge auf dem Paddingbuetteler-Strich? Wieder mal eine schwierige Gedankenaufgabe fuer mich …

PS: Ich war noch nie aufm Paddingbuetteler-Strich spazieren, datt is nicht so die Spazierfreundliche Strasse – ggf. reduziere ich einfach die Eier …

Brücke E04: Das Geschäfft des Lebens.

Man hoert es ja jeden Tag: Du musst Investieren! Aus Wenig musst du Viel machen,- jawoll! Und klar, ich hoer ja immer zu und bin auch so nen intigentes Wesen, welches meisst schlauer ist als man selbst. Und eben drum: Millionen investiert und ne Schiffsbrueck gekauft. Da kriegste was fuer dein Geld.

„Ja“, sagt ihr jetzz: „Klar, ne Schiffsbrueck bekommt man“. Aber dem nicht genug. Abzueglich einiges an Schrott gab die Bruecke folgende Dinge preis, die wir nun alle unser Eigenen nennen:

– Kinder-Sand-Eimer mit zwei Schaufeln und Hake (fast neu)
– Gartenharte (etwas rostig)
– Fuchsschwanz (klein, etwas rostig)
– Hundertzwo verzinkte Naegel 10cm (fast neu)
– Dreiundfuenfzig verzinkte Krampen (gut in Schuss)
– Wasserwaage aus Holz
– Ultimatives Schild: „Kasse“ (Bar-, wenn ich bitten darf)
– Nen Schluessel der is chic
– 5x Schild „Trinkwasser“ (wie neu)
– Set mit metrischen Schrauben, ca 1/2 Zoll ; ) (wie Neu)
– Campingstuhl (Bezug etwas feucht, Klappmechanismuss (ein-wand-frei)
– Ersatz Stiel fuer Besen/Schaufel (wie neu)
– Skateboard (klein, dafuer ok)

Ne gute Investition, wie ich finde. Und dazu gab es viel Spass und Freude, viel zu Erzaehlen und viel zu fluchen. Was will man mehr von seinen Lebensinvestitionen?

Brücke E03: Die Rooomandikk.

Klar, es muss schnell gehen aber nich Husch-Husch. Wenn man sich so nen Schrotthaufen in den Vorgarten stellt, dann muessen Vortschritte gezeigt werden. Egal ob den Nachbarn um weiteres Tiramisu zu sparen oder auch sich selbt um die Motivation hoch zu halten. Nicht zu verachten ist aber bei solch Bauprojekten auch die Zweisamkeit – sieht man ja immer im Fernsehen, wenn sich ein Paar beim normalen Hausbau schon so in die Klotten kriegt, dass ungefaehr auf Höhe des Fussbodenheizungs-Einbaus nicht mehr an einen gemeinsamen Einzug zu denken ist.

Nicht mit mir dachte ich. Erstens wohne ich schon in trauter Zwei- (naja mit Hund auch Zweieinhalb) samkeit und zweitens moechte ich das es auch so bleibt. Also ran an die Brücke und kleine visuelle Akzente setzen, wie man so schoen sagt.

Mal eben die Tuer richtig mokeln und nen 2-Waschbetonplatten-Tritt installieren, damit man die Bruecke vernuenftig betreten kann. Schnell die Dachrinne wenigstens etwas hingedengeln damit es nicht mehr ganz so zerquetscht aussieht, drei bis vier Elektrogenerationen und mindestens drei Kommunikationsgenerationen aus dem Inneren entfernen um zu testen ob die Bruecke auch ohne diese vielen Ueberputzkabel noch feste stehen kann oder ob sie ohne Diese gleich auseinander bricht. Dazu noch gefuehlte 408 Naegel & Schrauben mit viel Kraft, Geschick und Flex aus allen Ecken und Enden der Waende geholt und eine halbe Dose WD-40 an alle irgendwann mal beweglich gewesenen Teile verteilt so das man sich auch mal irgendwo anlehnen kann ohne gleich an einer Blutvergiftung zu sterben. Wenn man jetzt auch in mancher Ecke nen schmierigen Finger bekommt, egal – dafuer richt es ja bekanntlich gut.

Und denn, um dem oben einen druff zu setzen: Gelegtes Erdkabel provisorisch an die Bruecke fuehren und Steckdose und Licht anschliessen. Und ob ihr es glaubt oder nicht – Kabel durchgemessen, neuer Lichtschalter rein, Strom ran und die noch installierte Gluehbirne funktioniert! Scheiss auf LED – Gluebirne rocks!

Ach, und nicht genug – es soll ja romantisch sein, unter dem machen wir es ja nicht: Blumen aufn Tisch, Licht an und die Flex aus – Romandikk pur. Der Fuehling kann kommen, und wir begiessen das ganze mit einem kraeftigen Fruehlingsgewitter

Brücke E02: Die Milch machts.

Nun steht sie da, die Schiffsbrücke und modert nun bei uns weiter vor sich hin. Zwar ist sie aus dem Erdschutt ausgegraben, die Brennholzscheitel um sie sind elimniert doch der Zahn der Zeit nagt weiter und weiter und weiter.

Mit einem Hammer bewaffnet ging es an die rotten Stellen und ich haute einfach mal drauf. Sowas kann ich ja gut: Nicht nachdenken, bloss keine Empathie zeigen, sondern einfach druff. Feste & Ordentlich. Meisstens bröselt es dann immer und selbiges passierte dann auch hier. An den Durchgerotteten Stellen bröselte diverses Zeuch hinter der Blechverkleidung hervor und ich hoerte erst mit dem Hammer auf, als der Broeselfluss versiegte.

Ich dachte ja die Brücke sei aus Stahl, doch scheint auch Anders verbaut zu sein. Die Broesel fuehlen sich eher nach zerriebenem Kalksandstein an als nach verrottetem Stahl. Auch Salzkristalle (oder zunindest etwas aehnliches) sind dabei, diese kommen jedoch als 5-Mark Stueck grosse Brocken aus der Zwischenwand. Das faszinierendste ist jedoch fluessig: Heute morgen schien an einer Stelle Milch ausgelaufen zu sein! Nein, nein, wir waren es nicht – bisher gab es im Umkreis von 5 Meter nur Bier,- niemand trinkt hier Milch und koennte etwas verschuettet haben! Nur was ist das?

Und damit nicht genug mit der Fragerei – auch innen tut sich ein Ding auf, welches ich nicht einzuordnen weiss: Es sieht so aus, wie ein Dampfablasshebel einer Dampfeisenbahn, ein Hebel den man ziehen kann und oben auf dem Dach bewegt sich dann ein Bolzen nach Unten. Hergestellt scheinbar in Kiel und unten rum leider vollkommen verrottet. Da bewegt sich auch mit dem Hammer nix mehr. Egal, das Ding wird schon sehen, was es davon hat hier gelandet zu sein. Mir entkommt da nix. Auch damit wird sich beschaeftigt.

Und selbstverstaendlich nagte an mir die Neugierde, so das ich mich ziemlich schnell auf dem Dach unserer Schiffsbruecke wiederfand. Mit einem meiner groessten Schraubenschluessel ging es dran dieses Ding von Oben zu entdecken – ich musste sehen was da in diesem blassen „Verkehrshut“ drin steckt. Und tatsaechlich – nix anneres als das Fuehrungsrohr fuer diesen Bolzen, der da oben rausragt und zur Zeit nicht bewegt werden kann.

Hmmm …

PS: Wer nicht weiss wie gross nen 5-Mark Stueck ist, der ist so jung, den interessiert das hier wohl eh nicht ; )
PSPS: Firma IBAK in Kiel ist Angefragt, mal gucken ob die sich erinnern koennen.

Brücke E01: Erwachsen sein is scho geil!

Man darf dabei halt nur nicht erwachsen werden. Man kann dann machen was man will & was einem die Eltern nie durchgehen lassen haetten. Jedenfalls denke ich, dass meine Mutter mir bei meiner Verschoenerungsidee fuer ihren Vorgarten nen Vogel gezeigt haette. Und auch sonst haette ich damals, als ich noch nicht Erwachsen war, wohl ausser meinem Opa niemanden gefunden der meine viele Ideen mitmacht. Opa ist tod, dafuer hab ich nu ne Frau – die nich nur viel juenger ist, sondern auch besser aussieht und immer fuer Verschoenerungen der bestimmten Art zu haben ist.

Der Dialog ging in etwa so: „Du da steht ne alte Schiffsbruecke aufm Bauhof. Wollen wir die in den Vorgarten packen?“ – „Oh ja, super. Her damit“ – „Ok, dann sag dem Bauern bescheid, der soll die Hecke mit dem Trecker wegreissen.“

Viel mehr Worte & Ueberzeugungsarbeit brauchte es nur bei den Nachbarn. Mit Tiramisu bewaffnet zog die Frau Reih-um und holte sich von wohlwollendem Nicken bis hin zu kopfschuettelnder Unsicherheit alles ab, was die wortkarge Gefuehlswelt hier in Norddeutschland hergibt. Musste also nur noch die Gemeinde und das Land Niedersachsen zustimmen um das kleine Transportgeraet hier in unsere Strasse zu lassen. Ich bin froh das es damit geklappt hat, denn der Bauer mit dem Trecker war mit dem vernichten der Hecke schneller fertig als das kleine Erlaubnispapier fuer Tieflader & Kran.

Gute zwei Stunden hat es gedauert bis es die alte Schiffsbruecke von ihrem Friedhofsplatz zu uns in die Hecke geschafft hatte. Unter den Augen von einigen Zuschauern flog sie ins Nest und machte es sich bequem. Das Loch in der Hecke schien wie fuer sie gemacht, als ob sie nie irgendwo anders hin wollte, als ob sie schon immer davon getraeumt hat bei uns im Vorgarten zu stehen. Win – Win nennt man sowas, wenn alle Beteiligten ihren Willen kriegen. Die Nachbarn das Tiramisu, die Schiffsbrueck ihre Hecke & wir ne Schiffsbruecke im Vorgarten. Wollt ich immer scho ma haben.

Nun geht es dran die Nachbarn nicht auf Dauer mit dem noch vorhandenen morbiden Scharm zu vergraueln. Viel Arbeitet wartet. Und wenn das alles so flott von der Hand geht, wie das verdammt-verdreckte-scheiss-vier-Stunden-Aufbohren des Tuerschlosses, na dann sollte der Fuenfjahresplan eingehalten werden koennen und wir koennen noch vor Eroeffnung des Berliner Flughafens Schiffstaufe feiern. Und da freuen sich selbst Brummi- & Kranfahrer drauf, denn so nen Bloedsinn scheinen die auch nicht jeden Tag zu machen ;-).