Auch n’ Wald kann schön sein.

Ich liebe ja das Meer. Nichts geht über die endlose Weite und die Ruhe oder den Sturm den man auf dem Meer erleben kann, doch da ist man ja bekanntlicher Weise nicht mit dem Rad ;-). Mit dem Rad macht es auch im Wald sehr viel Spass: Der Geruch, die sanften Geräusch, der Waldboden und überall wuselt irgendetwas herum und manches mal entdeckt man einen kapitalen Hirsch. Beim Radfahren ist ein Wald mit Seen das wirkliche Prachtstück einer schönen Radelstrecke – und tatsächlich: wir haben so etwas direkt vor der Haustür, nämlich den Naturpark Westensee! Nicht genug, dass ich nach ca 10 Minuten Radeln schon durch einen kleinen Wald komme der mit Gehegen für Waldtiere wie Rotwild, Taparn und Gänsen gespickt ist; nein, nach ca 20 Minuten Radeln ist man wirklich in der Natur und kommt da auch so schnell nicht wieder raus ;) Meine Haus & Hoftour wird immer besser und liegt jetzt bei ca. 34km.

Ich hatte mir eine solche Strecke schlimmer bezüglich Ausdauer und Kondition vorgestellt. Klar, es ist noch nicht wie früher, doch einem 100km Ritt sehe ich froh entgegen, alles was man wieder mal braucht ist nur ein Bisschen Ruhe und Ausdauer .. und davon bekommt man mit dem Alter ja immer mehr ;-)

Und ich gebe zu, es macht riesig Spass die alten Klamotten rauszusuchen, sie zu putzen und zu wienern. Dort am Rad noch etwas ölen und hier an den Schuhen neue “Klicks” anbauen, das Zelt lüften und den guten, alten Spirituskocher auspacken. Dabei Strecke gucken und mal wieder Verzicht üben: Das iPad kommt NICHT mit und ich werde wie “früher” mit Papierkarten fahren. Und es macht riesig Spass das ganze tatsächlich gelassener zu sehen als es vor einigen Jahren noch der Fall war. Was es leider nicht mehr gibt: Diese leckeren und verdammt teuren Energiemüsliriegel, die sind durch Energiegel ersetzt worden – genauso teuer, doch das können die gepflegt behalten – ich bin doch kein Astronaut.

Also, die Sachen stehen schon halb gepackt. Der Countdown läuft – Samstag gehts los nach Husum und dann immer gen Norden.

Ab aufs Rad.

Ich spührte es schon vor ein paar Wochen als ich mein Rad wieder rauskramte. Ich muss mal wieder aufs Rad irgendwann. Das Irgendwann kommt nun näher und so wie es aussieht werde ich mich spätestens Samstag auf den Sattel schwingen und ein paar Kilometer hinter mich bringen. Sarah ist terminlich in Kiel gebunden und ich muss unbedingt raus. Mit dem Boot macht das im Zusammenhang mit Sarahs Terminkalender keinen Sinn und darum nutze ich die Gunst der Stunde und werde mich für eine gute Woche wieder dem Rad und dem Strampeln widmen. Ich bin etwas nervös, denn ich bin selbstredend komplett aus der Kondition – die Testkilometer in den letzten Tagen waren genauso mies wie meine ersten Ki(e)lometer vor vielen Jahren. Die Pfunde an mir sind wie vor den grossen Touren und die Beine schlapp – doch egal! Als ich mich wieder auf den Sattel setze merkte ich das Kribbeln, und das wird – bevor ich mich bis ans Lebensende binde – noch einmal Befriedigt. Ok, auch nach dem ewig Binden werde ich wohl – wenn ich denn irgendwann wieder will – alleine aufs Rad steigen müssen, aber das tut hier jetzt nichts zur Sache, ein Bisschen dramatisch muss es ja schon sein ;)

Meine Radsachen werde ich morgen zusammenpacken. Das Zelt, die Regenklamotten, vielleicht sogar den Spirituskocher und sicherlich meine Radanziehsachen und das gute, alte Rad, welches mich schon 10.000ende Kilometer zuverlässig getragen hat. Wir werden sehen, ob die Tour nach 100km zu Ende ist oder gar schon nach fünfzig – oder ob es vielleicht doch ein paar Hundert von diesen fiesen zu tretenden Kilometern werden.

Ausgesucht habe ich mir die Westküste Dänemarks. Da war ich noch nie – also ab dorthin. Einmal quer rüber nach Husum und dann immer gen Norden. Mal gucken wie weit wir kommen; mein Rad und ich.

Also heisst es wieder: SOT! Sven On Tour – Genauso wie früher, nur mit etwas mehr Abstand zum Radfreak, mit noch mehr Ruhe und Genuss, mit mehr Jahren auf dem Puckel und einem größerem Bauch vorne dran ;) – Einfach: Ein alternder Punk auf dem Rad.

Flurkunst.

Es muss ja mal gesagt werden – sie ist eine große Künstlerin. In unserer Wohnung hängen nur selbsgemalte Bilder und ein Foto (huiiijjuuhhiiiiuhhiiiiii – zeig ich nicht jedem ;) von ihr – Meiner Exfreundin und zukuenftige Frau. – Man, wie sich das liest wenn man es schreibt ;) ist aehnlich wie das erste mal sein Alter mit ner Drei vorne zu schreiben – man glaubt es kaum, und doch ist es so ;)

Naja, egal – war ja nur die Einleitung ;) – Letztens erwischte ich sie beim malen fuer unsere Flurbilder. Ich wollte Meer, nur Meer und die Beberich – so weit das Auge im Flur reicht:

Ok, Land gibts auch auf der Ostsee zu sehen ;) – Und wer erraten kann wo die einzelnen Landzungen ich Echt zu finden sind kann einen Preis gewinnen – welchen, den denke ich mir noch aus ;)

Und hier seht ihr es – unser Dreiergespann im Flur: Meer soweit das Auge reicht, die Beberich … und wer findet die Schweinswale?

Und? – Wie geil ist das denn! Ich muss jedes mal grinsen wenn ich unseren Flur entlanggehe – fast so schoen wie die Zeit auf der echten Ostsee. Danke!

Ich werde das Meer teilen.

Schreibfaul? Schlechte Laune? Nicht zu Sagen? – Nichts dergleichen! Die letzten Wochen ist einfach viel passiert: Die Arbeit ist ja schon länger mehr als nötig, trotzdem wurde dieses Jahr schon mehr gesegelt als im gesamten letzten Jahr. Auf dem Boot gab es viel zu tun, die neue Wohnung musste eingerichtet und lokale Freunde gepflegt werden. – Und dann, dann gab es da noch etwas. Ich habe meine Traumfrau gefragt; und sie hat ja gesagt!

Und so wird es nun so sein: Sven wird das Meer teilen und dafür musste und muss die Gedankenteilerei hier einwenig zurückstecken, denn ein Bisschen muss noch getan werden bevor der Tag der Tage kommt und das Meer nicht nur noch Einem gehört!

Ich liebe dich Sarah!