[update] Reifen um die Ohren!

Da kommt meine Froo und möchte ein Fahrrad. In der Hand ein Prospekt ihres Arbeitgebers: “Damenfahrrad 130,- Euro”. So gern ich auch alles Essbare aus diesem Laden trage, so sehr sträubten sich mir die Haare bei diesem Angebot. Wie bitte stellt man ein Fahrrad für 130,- Euro her? Bin ich nur hochnäsig oder liege ich richtig, wenn ich denke an einem solchen Rad kann nur Schrott verbaut sein?

Egal – keine weitere Diskussion, dieses Rad wird es nicht. Lieber ein paar mehr Euro und/oder ein Gebrauchtes sollte es sein, da kann ich persönlich besser mit Leben und auch die Froo hat länger Spaß und Freude – wenn man das denn überhaupt als Nichtradfahrerin mit “einem solchen Rad” haben kann. – Ich weiss, hier bin ich wirklich versaut, hochnäsig und Fahrradtechnisch sehr verwöhnt. Ich habe sicherlich mit meinem Gewicht auch ganz andere Anforderungen an ein Rad, aber das steht hier natürlich nicht zur Diskussion ;-). Also ab auf die Suche nach einem gebrauchten Rad oder einer anderen Radquelle.

Diese Geschichte blieb bei unserem Elternbesuch am Wochenende nicht unerwähnt und keine 27 Minuten später lag das alte Rad von Mama im Kofferraum: “Ich hab mir nen Neues gekauft, das fuhr irgendwann nicht mehr so.”

Tja Mama, – kein Wunder würde ich sagen. Als ich mich heute ans Aufarbeiten machte erinnerte mich das ganze mehr an Ausgrabungen als an Fahrradputzen. Insbesondere an den Stellen, die zwischendurch mal etwas Pflege benötigen damit ein Fahrrad auch leichtläufig bleibt waren so sehr unter Schmiere, Dreck und Bindfäden/Hosengarn? verborgen, dass ich diese Materie am falschen Platz dick abkratzen musste und konnte ;-)

Der Vorderreifen flog mir 3 Minuten nachdem ich ihn aufgepumpt hatte im warsten Sinne des Wortes um die Ohren. Die Nachbarn auf dem Balkon erschraken sehr und dachten mehr an einen Motorradreifen bei dem Krach *lach*. Der war wohl etwas porös und nicht mehr zu gebrauchen. Die Dreigang-Narbenschaltung hingegen entpupte sich nach den Ausgrabungen als wirkliches Juwel: Eine Torpedo Dreigangschaltung Modell H3111S, wahre deutsche Wertarbeit. Nachdem ich diese zwei Stunden geputzt und neu gefettet habe hält die sicherlich noch ewig und ich freu mich schon auf eine Probefahrt mit diesem feinen Stück. Leider hatte ich mein Werkzeug für die Kettenmontage nicht hier, sodas der Müll noch etwas auf die alte Kette warten muss ;-). Erkennen wird der Müll die Kette eh nicht mehr, man man man ich denke ich werde beim nächsten Elternbesuch mal einen Abstecher in die Bude zum neuen Rad von Mama machen; nicht das die irgendwann auch so aussieht. Ich weiss, ich bin sonst auch nen Schluri und darf mir soetwas gar nicht anmassen, doch beim Rad sieht das anders aus *lach*, dass braucht auch Pflege, das ist auch nurn Rad ;)

Für das Rad meiner Froo spendiere ich dann mal eine neue HG55 von Shimano aus meinem Fundus, dies macht mehr Sinn als die alte Aufzuarbeiten. Und mit diesen kleinen Handgriffen ist das Rad schon gebraucht weit mehr wert als jedes Supermarktrad. Alleine durch meine liebevolle Pflege! ;)

Ich gebe zu, ich komme mir etwas alt vor. Draussen im Garten ein altes Rad für die Froo aufarbeiten. Das ist Arbeit für einen Grossvater – aber was solls, Skagen ruft mich eh “Opa Sven” ;-)

Und was lernen wir draus? Schmeisst nicht alles weg, einiges wurde schon vor vielen Jahren gut gebaut und ist es wehrt auch heute noch benutzt zu werden.

[update 31.3.2012]
Das Rad ist nun wieder fahrbereit und fährt wie ne Zwei. Ne Eins würde es geben, wenn die Vorderradachse nicht so viel Spiel hätte. Da muss ich noch mal ran. Ansonsten hat Euro natürlich recht. Die HG55 Kette passt nicht und drum musste eine neue her. Und ganz ehrlich, die Übersetzungen der drei Gänge langen vollkommen für Kiel – gefällt mir zusammen mit der aufrechten Sitzart für Stadtfahrten sehr gut … wer weiss, vielleicht bekomme ich ja noch mal ein altes Herrenrad unter die Finger und dann flitzen wir gestylt mit den Rädern durch die Stadt ;-)

Auch n’ Wald kann schön sein.

Ich liebe ja das Meer. Nichts geht über die endlose Weite und die Ruhe oder den Sturm den man auf dem Meer erleben kann, doch da ist man ja bekanntlicher Weise nicht mit dem Rad ;-). Mit dem Rad macht es auch im Wald sehr viel Spass: Der Geruch, die sanften Geräusch, der Waldboden und überall wuselt irgendetwas herum und manches mal entdeckt man einen kapitalen Hirsch. Beim Radfahren ist ein Wald mit Seen das wirkliche Prachtstück einer schönen Radelstrecke – und tatsächlich: wir haben so etwas direkt vor der Haustür, nämlich den Naturpark Westensee! Nicht genug, dass ich nach ca 10 Minuten Radeln schon durch einen kleinen Wald komme der mit Gehegen für Waldtiere wie Rotwild, Taparn und Gänsen gespickt ist; nein, nach ca 20 Minuten Radeln ist man wirklich in der Natur und kommt da auch so schnell nicht wieder raus ;) Meine Haus & Hoftour wird immer besser und liegt jetzt bei ca. 34km.

Ich hatte mir eine solche Strecke schlimmer bezüglich Ausdauer und Kondition vorgestellt. Klar, es ist noch nicht wie früher, doch einem 100km Ritt sehe ich froh entgegen, alles was man wieder mal braucht ist nur ein Bisschen Ruhe und Ausdauer .. und davon bekommt man mit dem Alter ja immer mehr ;-)

Und ich gebe zu, es macht riesig Spass die alten Klamotten rauszusuchen, sie zu putzen und zu wienern. Dort am Rad noch etwas ölen und hier an den Schuhen neue “Klicks” anbauen, das Zelt lüften und den guten, alten Spirituskocher auspacken. Dabei Strecke gucken und mal wieder Verzicht üben: Das iPad kommt NICHT mit und ich werde wie “früher” mit Papierkarten fahren. Und es macht riesig Spass das ganze tatsächlich gelassener zu sehen als es vor einigen Jahren noch der Fall war. Was es leider nicht mehr gibt: Diese leckeren und verdammt teuren Energiemüsliriegel, die sind durch Energiegel ersetzt worden – genauso teuer, doch das können die gepflegt behalten – ich bin doch kein Astronaut.

Also, die Sachen stehen schon halb gepackt. Der Countdown läuft – Samstag gehts los nach Husum und dann immer gen Norden.

Ab aufs Rad.

Ich spührte es schon vor ein paar Wochen als ich mein Rad wieder rauskramte. Ich muss mal wieder aufs Rad irgendwann. Das Irgendwann kommt nun näher und so wie es aussieht werde ich mich spätestens Samstag auf den Sattel schwingen und ein paar Kilometer hinter mich bringen. Sarah ist terminlich in Kiel gebunden und ich muss unbedingt raus. Mit dem Boot macht das im Zusammenhang mit Sarahs Terminkalender keinen Sinn und darum nutze ich die Gunst der Stunde und werde mich für eine gute Woche wieder dem Rad und dem Strampeln widmen. Ich bin etwas nervös, denn ich bin selbstredend komplett aus der Kondition – die Testkilometer in den letzten Tagen waren genauso mies wie meine ersten Ki(e)lometer vor vielen Jahren. Die Pfunde an mir sind wie vor den grossen Touren und die Beine schlapp – doch egal! Als ich mich wieder auf den Sattel setze merkte ich das Kribbeln, und das wird – bevor ich mich bis ans Lebensende binde – noch einmal Befriedigt. Ok, auch nach dem ewig Binden werde ich wohl – wenn ich denn irgendwann wieder will – alleine aufs Rad steigen müssen, aber das tut hier jetzt nichts zur Sache, ein Bisschen dramatisch muss es ja schon sein ;)

Meine Radsachen werde ich morgen zusammenpacken. Das Zelt, die Regenklamotten, vielleicht sogar den Spirituskocher und sicherlich meine Radanziehsachen und das gute, alte Rad, welches mich schon 10.000ende Kilometer zuverlässig getragen hat. Wir werden sehen, ob die Tour nach 100km zu Ende ist oder gar schon nach fünfzig – oder ob es vielleicht doch ein paar Hundert von diesen fiesen zu tretenden Kilometern werden.

Ausgesucht habe ich mir die Westküste Dänemarks. Da war ich noch nie – also ab dorthin. Einmal quer rüber nach Husum und dann immer gen Norden. Mal gucken wie weit wir kommen; mein Rad und ich.

Also heisst es wieder: SOT! Sven On Tour – Genauso wie früher, nur mit etwas mehr Abstand zum Radfreak, mit noch mehr Ruhe und Genuss, mit mehr Jahren auf dem Puckel und einem größerem Bauch vorne dran ;) – Einfach: Ein alternder Punk auf dem Rad.

Schön ist es zu haus’ auf dem Sattel.

Es kam mir gestern in den Kopf. Nachdem ich einige Fotos vom radeln und mir gesehen haben packte mich wieder die Sehnsucht nach dem Rad, ich musste rauf – so schnell wie möglich: Heute nach der Arbeit schnell die alten Klamotten rausgesucht, Wasser eingepackt, neue Radlerschuhe gekooft (die alten waren kaputt, und ohne geht gar nicht ;-) und ab aufs Rad und los.

Ach watt schön, vom ersten Augenblick an. Dieses Gefühl mit den alten Klamotten auf meinem guten alten Rad. EInige 10.000er Kilometer hat es runter und bis auf das leichte klackern im Tretlager ist alles gut (und selbst das – sagt die Werkstatt – ist ok ;-). So trug es mich auch heute ein paar Stunden am Abend durch die Welt. Ich brauchte etwas bis ich meinen Tritt wieder hatte aber ab da war alles ok, jetzt spüre ich meine … nein nicht Hosenboden oder Waden … wie immer spüre ich meine Fusssohlen. Sie haben es immer am schwierigsten sich vom vielen Barfussgehen auf so feste Sohlen wie in den Radlerschuhen umzugewöhnen.

Es gab gleich wieder Hasen, Gänse und Rehe zu sehen, an die ich tatsächlich ca. 8m! ran fahren konnte, sie standen direkt neben dem Feldweg und liessen sich erst stören als ich schon bei ihnen war ;). Ach ja, Radeln ist schön – und neben dem “Bewegen mit Naturkräften”, dem Segeln brauche ich auch mein “Bewegen mit Muskelkraft”.

Schön, das ich langsam meine Übersehnsucht zum Wasser kompensiert habe und meine beiden Sehnsüchte gleichermassen stillen kann – hoffe ich zumindest ;-) Also, los geht’s!

Ein Loch in der Hose.

Ja, es ist soweit: Meine geliebte Assos FI.Mile Radlerhose hat ihren Geist aufgegeben. Hab ich doch schon einmal eine Ersatzhose fuer sie gekauft um Ihr auch mal ne Pause zu goennen (natuerlich auch ne Assos FI.Mile), so war es ihr aber nicht vergoennt diese Pausen lange zu geniessen. Auf unserer “Tour de Verlusst” hab ich die Neue gleich mal auf einem Campingplatz an der Ostsee liegen gelassen und schon war meine alte Hose wieder alleine.

Nun nach ueber 20.000km auf dem Arsch mit ihr musste ich gestern mit schrecken feststellen, dass sie am selbigen einfach durch mit dem Thema ist und ein 5 Markstueck grosses Loch meinen wohlgeformten Arsch zum vorschein bringt *lach*

Nun gut. Wieder viel Geld (ca. 7 Cent pro km :-) in die Hand genommen und eine Neue gekooft. Es sei bemerkt das der Radsport Sigi Renz vom Olympiastadion in die Dachauerstrasse 178 umgezogen ist – denn nur dort gibbet hier in Muenchen diese echt klasse Hosen. Ich schwoer drauf … aeh nee, ich sitz drauf! Und ganz ehrlich, ich wuerd mich bei laengeren Touren nicht mehr in billige Radlerhosen zwaengen, dafuer ist mir mein Arsch zu schade – und zweitens: niemals mehr ohne Traeger, wer einmal mit gefahren ist, der will nicht mehr ohne.

Mein Fahrradladen

Also ehrlich; mit meinem Fahrradladen waere eines bewiesen: Ich bin sicherlich nicht der, der auf Termineinhaltung pocht und bei eben Terminueberschreitungen sofort boese ist. Der Ton macht auch hier wie ueberall die Musik .. und die klingt bei Jacko in Dachau einfach immer gut!

Ich habe noch nie was von ihm zum Termin wiederbekommen. Auch heute war schon wieder 3 Tage ueber das Ziel hinaus. Und als ich grade das rad in den Wagen packen will kommt er rausgerannt. Ne so passts doch noch nich, irgendwas stimmt da nicht und hier, nee da muesse man wohl nochmal durchbohren, sonst wuerd ich mich wieder aergern nach ein paar 100 Kilometern.

ja so ists schoen, ich kenn seine Lebensgeschichte, er kennt meine. Er weiss genau wofuer ich mein Rad brauche und alles immer mit einem Lachen und Laecheln und Danke sagen: ich fuehl mich richtig Betreut und Wohl bei ihm.

Los nimm das Rad nochmal zurueck, lass dir Zeit – und ich fahr mit einem Laecheln davon …. ohne mein Rad. Schoen.

Nu aber mal wieder on the Road und nich aufm Boat!

So langsam komm eich wieder rein. Wirklich nur langsam aber sicher. Und vielleicht sollte ich auch nicht das wort “rein” verwenden, sondern eher “drauf”. Endlich sitze ich wieder drauf – auf meinem Rad; und das mehr oder minder regelmäßig.
Letzte Woche saebelte ich 3x um den Chiemsee und kam so auf etwas 180km. Diese Woche wars leider nicht so viel, aber mit den heutigen 70km komme ich wenigstens auf knapp ueber 100km diese Woche. Die Beine danken es, dass ichs noch nicht so uebertreibe *lach* auch wenn der eine Krampf beim Schwimmen am Chiemsee passierte – natuerlich genau als ich ziemlich aufm See am schwimmen war … nix passiert, aber ganz schoen fies wars.

Dafuer war das radeln heute nur schoen. Die Sonne brannte und es lief gut – wahrschinlich weil ich endlich mal wieder an die Energieverorgung des Fahrers gedacht habe *lach* Ich hatte vom Mittagessen noch ein bisschen gebratene Nudeln mit Huenerfleisch im Chinesenpappbecher dabei. Diese zog ich mir genuesslich auf der Haelfte der Strecke rein, natuerlich lies mein Zeitplan kein anhalten zu und so wurde wie immer beim fahren gegessen. Als ich dann gerade in ein Dorf reinfuhr; ich kam gerade von einem Huegel runter und rollte so mit 30km/h am Ortsschild vorbei. Quasi liegend auf meinem Lenker. Linke Hand den Pappbecher mit dem Essen, in der rechten Hand die Gabel. Und grad als ich mir einen dicken Batzen Nudeln in den Mund schiebe stehen zwei Junge Frauen im Bikini am Strassenrand … aeh ich weiss nicht wie ich deren Blick beschreiben soll *lach* …

Schaden gabs dann auch noch heute am Rad. Die erst zu dieser Saison angebrachte Vorderlampe hing auf einmal lose rum, genauso wie das Schutzblech vorne. Na schoenen Dank, das hielt man gar nich und so kommt das Rad morgen wieder zum Haendler … und nochmal bitte ;-) Ich brauchs das Wochenende nicht, denn es geht morgen Abend ab zur Kieler Woche .. jjjeeaaaahhh!