SOT: Start2020

Sven war mal wieder on Tour. Was kann ich dafür, dass gerade Winter ist – wenn ich los will, dann will ich los.

Die genaue Route der Tour gibt es auf komoot hin und zurück.
Liveberichterstattung gab (gibt) es auf polarsteps.

Nach dem letzten Fuschstückchen war ich etwas Hirnlost, drum war es ganz gut aufs Rad zu kommen um mal kurz an nichts ausser “Wo gehts gleich lang, .. arrggg Schlagloch, … brrr Zehen frieren ein, … ach musss die Sandstrecke jetzt sein, …. ahhh angekommen, … schnarch” zu denken.

GrüneWelle am Haken. Wirklich feines Arbeiten da in der dedizierten Fahrradgarage. Sehr fein!

Doch bevor ich am Neujahrstag los durfte, eben kurz in die Fahrradgarage geschaut und die GrüneWelle geputzt. Ja, so dachte ich: Daraus wurden dann einige Stunden, inkl PanikSchlauchKaufversuch an Sylvester um 13:38 Uhr.

Zweiter Tag. Sonne satt.

Die GrüneWelle hatte einen Platten am Hinterrad, warum auch immer?! Nach knapp 1600km mit den NeverEverPlattReifen ist das schon komisch, aber ist halt so. Klar das ich meine Schwierigkeiten hatte – das Erste Mal an einem neuen Rad das Hinterrad mit vielen neuen Komponeneten (hier Rohloff und hydraulische Scheibenbremsen) auszubauen ist ein Abenteuer. Ich bekam es auch nicht ganz raus, denn ich wollte die Hydraulikschläuche der Bremsen nicht entfernen, also alles irgendwie Halbausgebaut gemacht. Das Hinterrad dahin zu bekommen war schon fies genug, so ganz einfach mit der Rohloff und dem Ausfallende isses dann auch nicht …

Ist dann wohl auch klar, das ich nur einen Ersatzschlauch mit Autoventil und nicht mit französischem Ventil auf Lager hatte – und das passt so nämlich nicht, Ventilloch in der Felge ist zu klein. Hatte ich schon mal auf einer meiner Reisen, da wurde ich damals mit nem Trecker zum nächsten Dorf und Schlosser gefahren – fluchs die Felge aufgebohrt und gut war ;-)

Das wollte ich am neuen Rad aber vorerst vermeiden (Warum auch immer?!) und machte mich kurz vor 14 Uhr auf um einen 20 Zoll Schlauch mit französischem Ventil zu bekommen -lach- ich wusste das es aussichtslos ist, aber die Hoffnung ist ja bekanntlich der Kutscher der Armen ;)

War also nix, dann doch Felge aufgebohrt; bei halb im Rahmen hängendem Rad … feine Sache das.

Dicke Suppe. Eisbildung garantiert.

Dann wollte der Motor nicht, …fragt mich nicht. Stundenlanges gehampel, und immer wieder denke ich so: teste das mal draussen, mit richtig Last auf der Kurbel … aber warum denn, funktionierte sonst auch hier am Haken in der Werkstatt. Naja egal, irgendwann draussen getestet, da gab es auch Motorunterstützung ;) – Endlich Koffer packen, und doch fein ins neue Jahr starten.

Los geht es gegen 9:30 Uhr bei dickem Nebel. Der will sich den Tag über auch nicht so richtig auflösen. Es ist ziemlich feuchter Nebel und so gilt es einige Widrigkeiten bezüglich Eis am Rad zu überwinden.

Wenn man Überfrorene Fützen als Erster durchfahren darf … *KnisterGeräuschHörUndGrins*

Selbstverständlich hab ich mir wieder eine Matsch- und Materialschlachtroute ausgesucht ;) – Ich mag halt lieber quer durch den Wald als auch nur ein Auto zu sehen. Bei etwas unter Null Grad und der hohen Luftfeuchtigkeit, wie geschrieben, etwas Widerborstig. Es bildet sich nicht nur Eis am Rad, so dass sich zu mancher Zeit weder Smartphone noch Bedienteil vom Motor lösen lassen, fast Zwei tage lang ist auch die Schlatung ausser betrieb da der Schaltungsgriff eingefroren Scheint. Dazu macht die Kälte auch die Kabel etwas spröde und das bekannte dumm sitzende Steuerungskabel des Motors “reisst” einige Male auseinander. Kalr, ich muss es nur wieder zusammenstecken, aber verklemmte, gefrorene Äste fordern ihren tribut und so wird der Schutzmantel irgendwo im Wald dieses Mal sogar aufgerissen. Ich repariere das notdürftig mit Putzlappen und Kabelbindern. Es freut mich sehr, dass das noch zu Tageslichtzeit passierte ;-)

Das alte Leid mit dem Kabelverbinder an der tiefsten Stelle des Rades.
Dieses mal hats auch den Kabelmantel erwischt. Es bekommt nen Lappenüberzug ;)

Mit der Dunkelheit kommen dann die “guten” Strecken. Mitten durch nen Wald und die Wege werden immer fieser. irgendwann erwische ich mich fluchend und schiebend durch tiefen Morast der nur halb-gefrohren scheint. Wie schön das es im Wald immer ein büschn wärmer ist als draußen auf Feld und Flur. Es ist erst kurz nach 17 Uhr, doch es fühlt sich an, wie mitten in der Nacht.

Eis am Rad, vieles friert fest oder ein. Schlaten geht fast die ganze Tour nicht.

Wenigstens kann ich so ein paar Abenteuer fast direkt vor der Haustür erleben, einfach mit Fahrradfahren ;) – Gut vorbereitet wie ich bin, habe ich im Winter natürlich auch einen Schlafsack dabei obwohl ich hoffentlich am Ende mein gebuchtes Hotelzimmer erreiche. Aber man weiss ja nie, ich hab keine Lust bei irgend nem Blödsinn, der mir auf meinen immer so klasse ausgesuchten Wegen mitten durch den Wald passiert, irgendwo unterkühlt zu liegen. Insbesondere wenn ich dabei ggf nur aufs Taxi warten muss, das man ja sicherlich überall erreichen könnte … ob dieses einen dann findet ist wieder was anderes ;-)

Eine entspannte Tor wünscht ihnen Tourplaner Sven: Selbst schuld ; -))))

Als ich an diesem Abend den Wald endlich hinter mir lasse gehe ich kein Risiko mehr ein. Jeder ungeteerte Weg wird gemieden und so mache ich einen Umweg von über 10km auf Hauptstraßen um gegen 18 Uhr beim Hotel anzukommen. Da war mir mit knappen 30 Sachen über Hauptstraßen dann doch lieber als das Geschiebe durch den Wald.

War wieder nen schönes Abenteuer, der Tag. Bin trotzdem froh anzukommen.

Die GrüneWelle darf in der Scheune übernachten und ich schlafe noch vor 21 Uhr in einem Hotelbett ein. Wie geschafft ich von den 122km bin merke ich beim intensiven Träumen: So einen unlogisch, gedränkten Scheiss, der sich auch nach dem Aufwachen nicht “wegdenken” lässt gibt es nur, wenn ich wirklich geschafft bin – oder betrunken ;-)

Kurz nach Acht wache ich ausgeruht auf. Den Beinen geht es verwunderlich gut. Dieses E Dingens hat schon seinen Vorteil, denn man kann die benötigte Kraft der Beine wohl dosieren (normalerweise mit Schaltung ;-) noch mehr als ohne). Bei der normalen Unterstützung habe ich das Gefühl das Schwere rad und den Schweren Mich-Selbst etwas auszugleichen. ich habe jedoch nicht das Gefühl das sie mich katapultiert oder ähnliches. Es fühlt sich wie normales Radfahren auf meinem alten Rad an. Nur ist es jetzt halt auf einem fahrenden Sofa ;-)

Schöner und Ruhiger geht es nicht.

Wenn es schwer wird weil das Gelände mies ist oder wenn ich merke das es den beinen gerade nicht gut tut, dann erhöhe ich die Dosis. Dabei bin ich zu mir selbst eher streng. Zu viel WohlfühlKatapultEUnterstützung gibt es nicht – dazu suche ich mir schon immer schön lange Strecken raus, so das ich mit der Akkukapazität auch haushalten muss (ich bin nen Fuchs! ;)

Lange Rede kurzer Sinn: Den Beinen geht es ggf gut/besser weil ich den Abend vorher dann nach dem Waldmarathon und dem ersten Krampf im rechten Oberschenkel etwas mehr E gegönnt habe. Durch vernünftiges Haushalten und einer kurzen Zwischenladung beim MittagsZehAufwärmen hatte ich mit ruhigem Gewissen genug Saft so 10km vor dem Ziel.

Kleiner Schnack mit dem Hütehund des Gänse-(schwarmes?/-herde?). Er war nicht angetan von meiner wirklich Freundlichkeit ;) Guter Hund.

Aber das war gestern. Nach einem kleinen Frühstück und einer kleinen Hammermassage meiner Hinterradbremse ging es wieder aufs Rad. Tatsächlich ist es ein feines Gefühl sich hinzusetzen und loszuradeln. Kein Poweh auf diesem Rad, keine Rückenschmerzen – es sind halt nur die Beine auf die man aufpassen muss und jetzt im Winter auf die Wärme im Körper. Letzteres ist echt kein Problem, alles ist wohlig warm bis auf die Zehen. Das war und bleibt wohl immer so, die frieren mir ja manchmal schon im Herbst ein ;) Insgesamt lässt es sich sehr gut Leben, auch bei desen Temperaturen um Null. Überfrierende Nässe ist das Doofe, da leidet das Material … aber auch das muss es bei mir abkönnen. Hätte ja nen Federbett werden können, wenn es immer mollig warm bleiben möchte. Nen Rad gehört auf die Strasse, bei jedem Wetter.

Mittagspause in der Cafeteria eeines Krankenhauses. Akkus an der Steckdose und Zehen IN der Heizung.

Am zweiten tag werde ich mit Sonne satt belohnt. Die ersten zwei Stunden flutschen nur so vor sich hin, auch weil ich mir heute nur Strassenfahrten vorgenommen habe. Keine Experimente durch nen Wald, sage ich mir ;)

Die Kühe hielten mehr von meinen Worten als der Hütehund. Die mögen mich fast immer ;)

Ich sehe viel Weiss und es ist tasächlich ruhiger als der Tag zuvor. Am Neujahrestag waren trotz des schlechteren Wetters viel mehr Menschen unterwegs. Heute scheint alles ruhig, sehr angenehm.

Die Smartphonekamera macht halt doch nur Schnappschüsse, … leider …

Gegen Mittag schlägt das Wetter aber wieder um. Auch wenn es weitaus trockener ist, es wird wieder Nebelig. Insgesamt scheint es aber ein bis zwei Gard wärmer zu sein, denn in Bremervörde kann ich nach der Mittagspause schon abgetautes Eis vom Rad “schlagen” und kurz vor Padingbüttel ist auch der Schalthebel wieder aufgetaut.

Schon fast Tauwetter.

Dazwischen: Keine Probleme, schöne 108km auf dem Rad. Zwischendurch auf den Radwegen neben den dicken Starssen wünsche ich mir natürlich auch ab und zu wieder nen WaldSchlammWeg herbei …

Ich war schon häufiger dort: Meine Lieblingstelefonzelle ;) – 60kg, trotz reduziertem Hotelgepäck. Wow.

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